„Zehnjähriges“ des Seniorenbegleitbüros Uelzen gestern im Central-Theater

Hilfe im hohen Alter

+
Andrea Zobel (von links), Leiterin der evangelischen Familien-Bildungsstätte, die Fachbereichsleiterin Silke Jäschke und die Mitarbeiterin in der Verwaltung, Irma Thiemann, sind stolz auf die Arbeit, die das Seniorenbegleit-Büro seit zehn Jahren leistet.

Uelzen. An einen ungewöhnlichen Ort, in das Central-Theater Uelzen, lud gestern das Seniorenbegleit-Büro.

Und zahlreiche Gäste folgten der Einladung, um das zehnte Bestehen der Einrichtung zu feiern und auf die wertvolle Arbeit in der Seniorenpflege in der Vergangenheit zurückzublicken. Die Senioren, ihre Begleiter und die Verantwortlichen, die das Begleitbüro vor einem Jahrzehnt ins Leben gerufen hatten, sahen sich gemeinsam den Film „Honig im Kopf“ an, der auf humorvolle Weise die heimtückische Krankheit Demenz thematisiert.

„Niemand beschäftigt sich gerne mit diesem Thema“, gab der Bürgermeister der Stadt Uelzen, Jürgen Markwardt, zu. „Aber das Thema gewinnt täglich mehr an Bedeutung.“ Umso wichtiger sei es laut dem Stadtoberhaupt, dass es Stellen gibt, die dabei helfen, das Leben im hohen Alter lebenswert zu halten.

Der Grundstein für das Seniorenbegleit-Büro wurde 2006 gelegt, als Fachbereichsleiterin Silke Jäschke und Elisabeth Albers vom Kindertagespflegebüro die Idee hatten, dass es neben dem städtischen Angebot eine weitere Einrichtung geben müsste, dessen Tätigkeit über die Pflege von Senioren hinausgeht. Qualifiziertes Pflegepersonal, dass sich über Jahre hinweg um die hilfsbedürftigen Menschen kümmert und individuelle Betreuung entsprechend ihrer Bedürfnissen war das anspruchsvolle Ziel.

Gesagt, getan. Kurz nach dem ersten Kurs, in dem in 120 Unterrichtsstunden und einem vierwöchigen Praktikum die ersten Pflegebegleiter ausgebildet wurden, haben die ersten Einrichtungen deren Wichtigkeit erkannt und sie eingestellt.

Mittlerweile verfügt das Seniorenbegleit-Büro über 35 Begleiter. Sie erledigen nicht nur Arztbesuche und Einkäufe mit den Senioren und strukturieren ihren Alltag. Sie lesen ihnen vor, trainieren ihr Gedächtnis und beschäftigen sie kreativ. Weil das Seniorenbegleitbüro von den Krankenkassen anerkannt wird, können viele Leistungen darüber finanziert werden.

Seit Beginn ist die evangelische Familien-Bildungsstätte Uelzen Träger des Seniorenbegleitbüros. Propst Jörg Hagen weiß: „Älter werden ist schön, aber alt zu werden ist oft schwer.“ Umso wichtiger sei es, den bedürftigen Senioren im Auftrag der Nächstenliebe ihre Würde zu erhalten.

Andrea Zobel von der evangelischen Familien-Bildungsstätte hofft, dass es bald mehr finanzielle Unterstützung für Einrichtungen wie diese gibt. „Gutes Pflegepersonal muss endlich besser bezahlt werden.“

Von Sandra Hackenberg

Kommentare