Frühlingsstürme fegen über Landkreis hinweg / Verspätungen im Bahnverkehr

Heute wütet Orkan „Niklas“

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In der Nacht zu gestern stürzte eine Tanne auf ein Auto, das an der Gartenstraße in Uelzen abgestellt worden war.

Uelzen/Landkreis. Der Frühling hat es in sich: Warm- und Kaltfronten stoßen in diesen Tagen aufeinander, so entstehen Stürme, die vom Norden aus über den Landkreis Uelzen hinwegfegen.

Für heute Nachmittag wird Orkantief „Niklas“ mit schweren Sturmböen in der Region erwartet. „Die Böen werden Geschwindigkeiten von 100 bis 110 Stundenkilometer erreichen“, sagt AZ-Wetterexperte Hilger Erdmann voraus.

Damit wird es noch stärker pusten als in der Nacht zu gestern, in der Tief „Mike“ im Landkreis wütete und vor allem Bahnreisende am Montagmorgen vor Probleme stellte. Umstürzende Bäume und herumfliegende Äste beschädigten Oberleitungen auf der Strecke Hamburg-Hannover. Betroffen waren in beiden Richtungen ICE- und IC-Verbindungen, informierte die Deutsche Bahn. Züge wurden über Bremen umgeleitet. Reisende mussten sich im Fernverkehr auf Verspätungen von mindestens 60 Minuten einstellen. Auch im Nahverkehr kam es zu Behinderungen. Wie die Eisenbahngesellschaft Metronom erklärte, hatten sich Bahnreisende und Pendler auf der Nord-Süd-Strecke mit Verspätungen am Morgen von bis zu 45 Minuten einzurichten. Etwa zehn Zugverbindungen waren betroffen, so Metronom-Sprecher Björn Pamperin. In Richtung Süden sei zwischen Celle und Hannover auch ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden.

Ein böses Erwachen gab es für den Besitzer eines Autos, das an der Gartenstraße in Uelzen abgestellt worden war: „Mike“ entwurzelte eine Tanne, die auf den Wagen stürzte. Die Feuerwehr Uelzen war gegen 3.15 Uhr mit sechs Einsatzkräften vor Ort, um den Baum auseinader zu sägen. Einsatz auch für das THW noch gestern Abend in Bankewitz, wo ein Baum auf ein Wohnhaus gekracht war. Die Uelzener Leitstelle erhielt insgesamt ein gutes Dutzend sturmbedingte Notrufe. Vor allem waren Äste und Bäume auf Straßen gefallen. Ein Risiko, das auch bei „Niklas“ besteht, sagt Hilger Erdmann. Wegen der Niederschläge sei das Erdreich aufgeweicht. Bis zu 20 Liter seien auf den Quadratmeter gefallen. Erdmann macht kaum Hoffnung auf eine Wetterbesserung. In den nächsten Tagen könne sogar Schnee fallen.

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