Internationaler Frauentag: Weibliche AZ-Redaktionsmitglieder übernehmen die Regie

Heute haben die Frauen das Wort

+
Plakate aus dem Nachlass der SPD-Politikerin Elisabeth Selbert im Archiv der deutschen Frauenbewegung.

Uelzen/Landkreis. Liebe Frauen Uelzens: Das ist euer Tag – und zwar ganz offiziell. Denn heute ist internationaler Frauentag. Organisationen weltweit erinnern seit 1921 am 8. März an Frauenrechtsprobleme.

Die weiblichen AZ-Redaktionsmitglieder hörten sich passend zur Bedeutung des Tages in Uelzens Straßen um: Was zeichnet Frauen aus, welches sind ihre Stärken und was unterscheidet sie von den männlichen Zeitgenossen? Frauen sprechen über Frauen: „Wir sind emotionaler, können besser zuhören und ziehen uns schöner an. Das Frauenleben ist vielfältiger. In allen Bereichen“, so die 35-jährige angehende Erzieherin Anna Rudolph zu den Eigenschaften der Damenwelt.

Krankenschwester Martina Gallinella (53) betont: „Frauen sind romantisch, verspielt, fleißig, vorausschauend, spontan und organisiert – das müssen sie sein, vor allem, wenn es um Familie geht. Aber wir sind auch misstrauisch und hinterfragend.“ Wer Gisela Brauch (56) danach fragt, was Frauen auszeichnet, kommt um einige Stereotype nicht herum: „Wir sind mutig, probieren immer etwas Neues aus, sind flexibel und gesprächiger als Männer“, sagt die Uelzenerin. „Frauen legen viel Wert auf die Kleinigkeiten im Leben, dekorieren Haus und Garten – ich finde das toll.“ Hier kann sich die 28-jährige Matje Settgast sicher anschließen. Ihr Statement geht in eine ähnliche Richtung: „Frauen reden viel. Vor allem untereinander. Sie sind kommunikativer. Und einfühlsamer. Ich bin gerne eine Frau. Vor allem, weil mein Freund mich genau deswegen liebt.“

Trudi Bednarzick (50) hebt vor allem die organisatorischen Talente des weiblichen Geschlechts hervor: „Frauen zeichnen sich durch ihre Flexibilität aus, ihr Multitaskingtalent und das große Einfühlungsvermögen“, sagt die Uelzener Sozialarbeiterin. „Ich bin absolut gerne eine Frau. In jeglicher Hinsicht.“ Eine Aussage, die Carola Dirks nur unterstreichen kann: „Frauen müssen heute sehr flexibel sein. Die Rollenerwartungen haben sich verschoben. Karriere, Kinder – eine Frau muss heutzutage alles können. Das ist schwerer. Aber es ist auch gut so“, sagt die 46-jährige Studentin. „Ich habe alles – Familie, Beruf und jetzt mein Studium nur machen können, weil ich es auch so wollte.“

Auch Marion Feuerriegel aus Bad Bevensen sieht in der Selbstbestimmtheit der Frauen von heute eine ihrer herausragenden Charakterzüge. „Selbstständigkeit, Vielseitigkeit gehört zu Frauen. Aber auch, dass sie auf sich achten, sich pflegen. Das finde ich wichtig. Und Frauen bekommen alles unter einen Hut – Familie und Beruf.“

Doch auch der lange und nicht einfache Weg zur Gleichberechtigung schwingt in mancher Antwort mit. Elke Wesche (60) aus Bad Bodenteich schlägt nachdenklichere Töne an: „Ich fühle mich wohl als Frau. Es lohnt sich, auch, wenn es manchmal anstrengender ist. Schon allein, wenn ich an das Kinderkriegen denke – ich glaube, das ist die großartigste Aufgabe der Frauen.“

Von Lea Bernsmann und Wiebke Brütt

Kommentare