Einschätzungen zur Szene

Hells Angels in Salzwedel, Red Devils in Uelzen: Polizei hat Rocker im Visier

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Wenn die Red Devils zur Party einladen, kontrolliert die Polizei die Gäste, wie hier 2013 in Salzwedel. Dort wurden Identitäten kontrolliert und Fahrzeuge auf verbotene Gegenstände durchsucht. Auch in Uelzen gibt es einen Club der „Teufel“.

Uelzen. Heiße Öfen, schwarze Kutten, martialische Gesten: Ein neues Charter der Hells Angels hat sich in Salzwedel, eine halbe Motorradstunde von Uelzen, gegründet.

Der Rockerclub macht immer wieder im Zusammenhang mit blutigen Auseinandersetzungen verfeindeter Gruppen, Drogenhandel, Prostitution und Schutzgelderpressung Schlagzeilen. Die Polizeiinspektion Lüneburg-Uelzen beobachtet die Szene, zu der auch ein Ableger der Red Devils in Uelzen gehört. Sie werden als „Supporter“ der „Höllenengel“ beschrieben.

„Wir haben das Phänomen im Auge, aber es gibt keine Außenwirkung, die Rechtsverletzungen mit sich bringt“, sagt Polizeisprecher Kai Richter auf AZ-Anfrage. „Dass möglicherweise Drogenkriminalität und Prostitution auftreten, ist bekannt.“ Seit Jahren sei bekannt, dass es im Landkreis Uelzen eine Szene gebe, er sei aber keine Schwerpunktregion.

Vor vier Jahren wurden ein 49-jähriger ehemaliger Red Devil aus Uelzen vom Landgericht Lüneburg zu einer Haftstrafe verurteilt. Der vielfach vorbestrafte Mann soll in seinem Umfeld in Uelzen durch Drohungen, Nötigungen und Gewalt ein Klima der Angst geschaffen haben. „Wenn das Geld morgen früh nicht da ist, stehst du nicht mehr auf“, hieß es etwa. Für die Richter war die Verhandlung nicht einfach: Die Zeugen waren eingeschüchtert, versuchten, das Vorgefallene herunterzuspielen.

2013 sollen nach damaligen Angaben der Polizei die Red Devils bei den Himmelfahrtsfeierlichkeiten am Uelzener Schnellenmarkt einen Sicherheitsdienst übernommen haben. Außerdem gibt es ein Tatoo-Studio, dass dem Club nahesteht. Über sich selbst sagen die Teufel im Zusammenhang mit einem Zusammenschluss der Nordclubs: „Und so fanden sich Gleichgesinnte zusammen, um gemeinsam Motorrad zu fahren, zu feiern und sich an einem gemeinsamen runden Tisch miteinander auszutauschen. Denn Kameradschaft und Respekt stehen bei uns an erster Stelle!“

Ab und an tauchten auch Salzwedeler Motorradrocker in der Region auf, so Richter. „Wir haben aber offiziell kein Charter in der Region.“ Wenn Rocker feiern, sind auch die Beamten dabei, wie etwa 2013 bei einem Treffen der Red Devils in Salzwedel. Die Identität von 100 Personen, wurde festgestellt, Fahrzeuge auf verbotene Gegenstände durchsucht. Das Salzwedeler Chapter soll starke Bezüge nach Niedersachsen haben.

Der Niedersächsische Verfassungsschutz beobachtet die Motorradclubs nicht.

Von Gerhard Sternitzke

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