Bahnhofsmission sucht weitere Mitstreiter

Helfer am Zug

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ib Uelzen. Während der Zugfahrt blicken sie nur allzu oft in dankbare Gesichter. Kein Wunder, denn die Begleitung der Ehrenamtlichen der Bahnhofsmission Mobil Uelzen ermöglicht es anderen Menschen, geliebte Verwandte in die Arme zu schließen oder wichtige Termine wahrzunehmen.

Die freiwilligen Helfer unterstützen Reisende nämlich nicht nur am Bahnsteig, sondern auch während der gesamten Zugfahrt.

Doch die Bahnhofsmission hat derzeit Nachwuchssorgen: „Da die Anfragen für Zugbegleitungen stetig zunehmen, suchen wir Menschen, die uns unterstützen möchten“, sagt Wolfgang Scholz, Leiter der Bahnhofsmission am Uelzener Hundertwasserbahnhof. Wer Interesse hat mitzuarbeiten, ist jederzeit willkommen. Und Meister sind auch bei der Bahnhofsmission noch nicht vom Himmel gefallen: „Bei bis zu fünf Schnupperfahrten kann jeder testen, ob der Begleitservice für ihn die passende Aufgabe ist“, sagt Wolfgang Scholz.

Die Mitarbeitenden werden geschult und begleiten dann allein reisende Kinder, behinderte, kranke und ältere Menschen sicher bis zum Zielbahnhof und stehen ihnen helfend zur Seite. Damit erfüllen sie eine zentrale Aufgabe der Bahnhofsmission: Nämlich Menschen auch in schwierigen Situationen Mobilität zu ermöglichen, damit sie weiter am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Viele sind auf diese Hilfe aus den unterschiedlichsten Gründen angewiesen: Der siebenjährige Max zum Beispiel könnte sonst seinen Vater nicht regelmäßig besuchen. Die 85-Jährige sehbehinderte Dame müsste auf das monatliche Kaffeetrinken mit ihrer pflegebedürftigen Schwester verzichten. Die alleinerziehende Frau wüsste kaum, wie sie mit ihren drei kleinen Kindern zur Mutter-Kind-Kur reisen sollte.

Das Angebot der Bahnhofsmission Mobil gibt es immer häufiger in Deutschland. Die Aufgabe der ehrenamtlichen Mitarbeitenden ist reich an Abwechslung und zwischenmenschlichen Kontakten. Umfassende Qualifizierungen stellen sicher, dass die Helfer für ihre Aufgabe gut gerüstet sind. Die Fortbildungsthemen reichen von Gesprächsführung über interkulturelle Kompetenz bis hin zum Erste-Hilfe-Kurs.

Dann geht es los: Treffen am Taxistand, Kauf der Fahrkarte, Einsteigen und Umsteigen, Suche nach dem Platz, Kindern die Langeweile vertreiben, Kreativität beim Umgang mit Zugverspätungen – die Palette der Aufgaben ist groß. Doch überfordern soll sich niemand. Deshalb darf die Reise nur so lange dauern, dass der Mitarbeitende innerhalb von fünf Stunden wieder am Ausgangsort sein kann. Um den Transport des Gepäcks muss er sich nicht kümmern.

Der Service ist für die Reisenden kostenlos und auf regionale Verbindungen beschränkt. Die Reise sollte eine Woche zuvor angemeldet werden, kurzfristige Begleitungen sind aber auch möglich. Eine schriftliche Vereinbarung sorgt für einen reibungslosen Ablauf, regelt Zuständigkeiten und bei der Begleitung von Kindern die Aufsichtspflicht.

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