Der Uelzener Robert K. steht erneut wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Ein heiterer Angeklagter

+
Muss sich erneut wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht Lüneburg verantworten: Robert K., Mitglied der sogenannten Uelzener Douglas-Bande. Während der gestrigen Verhandlung brach er immer wieder in Gelächter aus.

Uelzen/Lüneburg. Beim erneuten Prozessauftakt vor dem Landgericht Lüneburg gegen Robert K. von der sogenannten Uelzener Douglas-Bande wegen versuchten Totschlags hat sich einer der wichtigsten Zeugen in Widersprüche verstrickt: Ismail N.

räumte gestern in der Zeugenvernehmung zwar ein, dass er in der Nacht vom 2. Juli 2011 auf der Gudesstraße in Uelzen einen 42-jährigen Mann mit einer Bierflasche beworfen und lebensgefährlich am Kopf verletzt hat – die Tat, für die er wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer dreijährigen Strafe verurteilt wurde und sich derzeit in der Jugendhaftanstalt Hameln befindet. Aber dass Robert K. diesem nach dem Flaschenwurf am Boden liegenden Mann ins Gesicht getreten haben soll, wie es in der Anklage heißt, entspreche nicht der Wahrheit, so Ismail N. Da er jedoch erklärte, selbst nach dem Flaschenwurf davon gelaufen zu sein, stellte die Kammer seine Aussage zum Tatvorwurf gegen Robert K. in Frage.

Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil der 1. großen Jugendkammer des Landgerichts gegen Robert K. von zwei Jahren und sechs Monaten Haft wegen gefährlicher Körperverletzung aufgehoben und zur Revision an die 2. große Jugendkammer verwiesen hatte, nahm gestern der 20-jährige Angeklagte das Aufrollen des Prozesses mit bislang insgesamt 33 Zeugenvorladungen mit Humor. Während sein Freund Ismail N. in seiner Zeugenaussage versuchte, die Unschuld von Robert K. zu beweisen, prustete der Angeklagte immer wieder vor Lachen los. Zwischenzeitlich brach auch der Zeuge selbst in Gelächter aus.

In der Nacht vom 2. Juli 2011 soll das Opfer einem anderen Ehepaar in einer Auseinandersetzung mit einer Gruppe Heranwachsender zur Hilfe gekommen sein und demnach Zivilcourage bewiesen haben.

Von Diane Baatani

Mehr zum gestrigen Prozessauftakt lesen Sie am Mittwoch in der AZ.

Kommentare