Heirat nur mit Hochzeitsgeschenk

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Die Gedankenspiele über eine Kreisfusion von Uelzen mit Lüchow-Dannenberg sind weiter als bislang Uelzens Verwaltung und Politik nach außen hin zugeben wollten. Lüchow-Dannenbergs parteiloser Landrat Jürgen Schulz lüftete jedoch am Mittwochabend, was hinter den Kulissen derzeit vorbereitet wird. Dem Ausschuss für Regional- und Strukturentwicklung eröffnete er, dass es bereits Gespräche zu diesem Thema zwischen den Landkreis-Spitzen gegeben habe. Die Kämmerer sollen schon einmal die maximalen Synergien errechnen, die eine solche Fusion bringen könnte. Zudem liefen Gespräche zwischen den CDU-Fraktionsspitzen. "Natürlich haben wir darüber gesprochen", bestätigte Landrat Theoder Elster gestern der AZ.

In beiden Verwaltungen werde "vorsorglich gerechnet". Einen "politischen Auftrag" aus der Kreispolitik gebe es indes nicht. Die jüngsten Signale des Landes seien jedoch eindeutig – "da müssen wir uns definitiv Gedanken machen". Ein größeres Gebilde mache jedoch nur Sinn, wenn es "finanziell abgesichert ist", betont Elster. "Das Land unterstützt derzeit strukturschwache Landkreise nicht ausreichend", erwartet er hier aus Hannover einen deutlichen Kurswechsel."Ein Abtasten hat es gegeben", bestätigt CDU-Fraktionsvorsitzender Claus-Dieter Reese erste Kontakte mit den christdemokratischen Spitzen des Nachbarkreises. "Wenn wir das machen, muss da ein Gebilde herauskommen, das überlebensfähig ist", verweist Reese darauf, dass ein gemeinsamer Landkreis so groß wie das Saarland wäre, aber mit 150000 Einwohnern eine der am dünnsten besiedelten Regionen ist."Große Aufgeschlossenheit" gebe es bei den Sozialdemokraten beider Landkreise für eine Fusion, sagt der Chef der Uelzener SPD-Kreistagsfraktion, Jacques Voigtländer. "Dies kann aber nur ein erster Schritt sein", sieht Voigtländer langfristig auch Lüneburg als Partner einer gemeinsamen Konstellation. "Der Happen ist jetzt jedoch zu groß", weiß er um die Schwierigkeit einer ganz großen Lösung. Eine Kreis-Hochzeit könne es jedoch nur "mit kräftiger finanzieller Unterstützung des Landes geben", fordert auch Voigtländer. Wenn eine Fusion von Uelzen und Lüchow-Dannenberg aber "landesweit Modellfunktion" haben soll, "kann alles auch ganz schnell geben", glaubt der SPD-Politiker. Dabei hat er die Fusion beider Sparkassen vor Augen: "Die funktioniert auf Augenhöhe", appelliert er, persönliche Befindlichkeiten bei diesem Thema hintenan zu stellen.

Erschienen: 09.05.2009: AZ / TZ / Seite:1

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