CDU-Bürgermeister-Kandidat Jäkel will Betriebe vor Ort halten

Heimvorteil steht vor Quereinstieg

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Gratulation des Konkurrenten: Karsten Jäkel (links) erhielt bei der Wahl zum Bürgermeister-Kandidaten der CDU vier Stimmen mehr als Henning Tiedge.

Uelzen. Die Entscheidung fiel knapp aus: Mit 37 zu 33 Stimmen kürte der Uelzener CDU-Stadtverband Karsten Jäkel zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 25. Mai. Einer der 71 abgegebenen Wahlzettel war ungültig.

„Ich hoffe, dass ich diejenigen, die mich nicht gewählt haben, überzeugen kann“, bedankte sich der derzeit stellvertretende Bürgermeister von Uelzen in der Stadthalle für die Stimmen und nahm die Glückwünsche seines Konkurrenten Henning Tiedge entgegen.

„Wir wollen keinen Kandidaten vorher diskreditieren“, hatte Markus Hannemann, Vorsitzender des Stadtverbandes Uelzen, ins Wahlverfahren eingeführt, bei dem knapp 40 Prozent der Mitglieder des Stadtverbandes anwesend waren. Daher habe der Vorstand keinen Favoriten empfohlen. „Wer die meisten Stimmen bekommt, muss auch von allen unterstützt werden“, so Hannemann. Vorgeschlagen wurde Jäkel, der Ortsbürgermeister von Veerßen ist und bis Montagabend Vorsitzender des Stadtverbandes war, vom Vorsitzenden der CDU-Stadtratsfraktion, Stefan Hüdepohl. Henning Tiedge war von Hans-Jürgen Heuer, Ortsbürgermeister in Holdenstedt, genannt worden. „Er ist ein Quereinsteiger und das finde ich ganz gut“, sagte Heuer.

Jäkel hingegen warb für sich, indem er auf seine 25-jährige Aktivität in der CDU hinwies. Dabei nannte der 42-jährige Vater einer Tochter einige Schwerpunkte, die ihm in den vergangenen Jahren wichtig gewesen seien: „Uelzen soll eine familienfreundliche Stadt sein“, sagte er und erklärte, wie innerhalb weniger Jahre die Zahl der Krippenplätze im Stadtgebiet auf 179 gestiegen sei. Auch die Millionen-Investitionen in die Umbauarbeiten am Lessing-Gymnasium und Herzog-Ernst-Gymnasium nannte er. Somit habe die Stadt die beiden Lehranstalten dem Landkreis „mit optimalen Lernbedingungen übergeben“.

Er wolle sich für die Ausweisung von Neubaugebieten in Molzen und Holdenstedt stark machen, ebenso für das Industriegebiet Hafen-Ost, sagte Jäkel. Zudem nannte er den Bau der A 39 und die Schaffung von Arbeitsplätzen als oberste Priorität, um junge Menschen sowie mittelständische Betriebe in Uelzen halten zu können.

Tiedge hob als Vorteil für seine Kandidatur seine Erfahrung in der Wirtschaft hervor. Die Initiative „Uelzen 2020“ und „Ilmenaustadt Uelzen“ entsprächen seinen Visionen von den Veränderungen, die die Uhlenköperstadt nötig habe. „Die demografische Entwicklung verlangt nach klaren Zielen.“ Dazu müsse ein Fahrplan samt „Abfahrzeiten“ vorgelegt werden, sagte er.

Von Diane Baatani

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