Nach Einführung der Ganztagsschulen: Angebote des Kinderschutzbundes sind weiter gefragt

Hausaufgabenhilfe für ältere Schüler

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Auch nach Einführung der Ganztagsgrundschulen besteht ein Bedarf an Nachmittagsbetreuung. Der Kinderschutzbund unterstützt nun Schüler der Klassenstufen 5 bis 9.

Uelzen. Für den Kinderschutzbund Uelzen war die Einführung der Ganztagsgrundschulen im Stadtgebiet zum neuen Schuljahr eine Zäsur.

Mittagessensausgabe und Nachmittagsbetreuung für Kinder, die zuvor in den Räumen an der Ripdorfer Straße aufschlugen, übernahmen die Grundschulen. Der Kinderschutzbund hatte sich immer für die Ganztagsgrundschulen ausgesprochen – wissend, dass er sich mit der Einführung verändern werden müsse. Wenige Monate nach dem Startschuss für die Ganztagsschulen ist allerdings klar: Es besteht weiter ein Bedarf an den Nachmittagsangeboten des Kinderschutzbundes. Die Gruppen seien voll, sagt Maria Hölscher aus dem Vorstand.

Für Schulkinder bot und bietet der Kinderschutzbund Montag bis Donnerstag einen Mittagstisch sowie eine Hausaufgabenbetreuung an. Im Anschluss können sich Jungen und Mädchen in Nachmittagsgruppen noch die Zeit vertreiben. Die Devise ist: Kinder sollen nicht alleine bleiben, wenn Eltern berufstätig sind oder der Anschluss zu Gleichaltrigen fehlt. Darunter können die schulischen Leistungen leiden.

„Der Kinderschutzbund ist als Einrichtung inzwischen bekannt“, erklärt sich Maria Hölscher den weiteren Zulauf. Und: Die Schulen würden auf das Betreuungsangebot auch hinweisen. Das mehr als 20 Köpfe zählende Team des Kinderschutzbundes betreut, nachdem die Grundschulkinder nicht mehr kommen, Jungen und Mädchen aus den Jahrgangsstufen 5 bis 9. Und: Der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund ist hoch in der Nachmittagsbetreuung, berichtet die Vorsitzende Agatha Schnepper. Bewusst wählt sie den Begriff „Migrationshintergrund“; betreut würden Kinder, die in Deutschland geboren seien, deren Eltern aber nicht aus Deutschland stammen würden, sowie Kinder von Flüchtlingen, die erst seit wenigen Monaten in Deutschland lebten. Das wirkt sich auch auf die tägliche Arbeit aus, wie Maria Hölscher schildert. Das Augenmerk liege in den Betreuung der Flüchtlingskinder auf dem Erlernen der deutschen Sprache; Mit ihnen werde Konversation geübt.

Der Kinderschutzbund will sein Nachmittagsangebot angesichts der Entwicklung nach den Ferien vorerst weiterführen – er setzt dabei auf Ergänzungen, wie Maria Hölscher schildert. Das Team hofft, Betreuer noch für Jugendliche mit Migrationshintergrund in höheren Klassenstufen gewinnen zu können, „um ihnen den schulischen Anschluss zu erleichtern.“

Größere Veränderungen stehen dennoch beim Kinderschutzbund in den nächsten Jahren an an. Ende 2019 muss die Organisation umziehen, weil ihr Mietvertrag für die Ripdorfer Straße ausläuft. Wie Agatha Schnepper sagte, hat der Kinderschutzbund bislang noch keine neue Bleibe gefunden. Verhandlungen zu neuen Räumen seien gerade erst wieder gescheitert.

Von Norman Reuter

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