Hospiz am Uelzener Stadtwald wurde gestern offiziell eröffnet

Ein Haus des Lebens

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Im Inneren des Hospiz: Schwester Elke (li) und Schwester Lea zeigten Besuchern bei der Führung ein Zimmer. Insgesamt elf Räume für Schwerstkranke halten die Betreiber am Stadtwald bereit. Darin werden die Totkranken bis zum Ende ihres Lebens betreut.

Uelzen. Gestern Nachmittag zeigte sich Uelzen trüb, düster, klamm und grau. Da wird sich nach Schutz, Geborgenheit und Wärme gesehnt. Das und viel, viel mehr bietet das Hospiz am Stadtwald auch, das gestern feierlich eröffnet wurde.

Das Haus des Advent-Wohlfahrtswerks und der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten soll ein würdiges Refugium für die letzte Lebensphase bieten. In dem Hospiz werden Schwerstkranke bis zu ihrem Tod betreut.

Begrüßten Besucher der Eröffnung: Geschäftsleiter Manuela Plogmacher und Georg Remmert mit der Pflegedienstleiterin Martina Schubert-Messenbring.

Geschäftsführer Georg Remmert erzählte bei der Feier in der St. Johannis Kirche die Geschichte eines Hospiz-Gastes, der ins Krankenhaus musste, aber „nach Hause wollte“ und damit das Hospiz meinte, aus dem er kam. „Um eine solche Versorgungsqualität zu haben, dass es als Zuhause empfunden wird, bedarf es Begegnung, Zuwendung, Menschlichkeit und Menschen, die das machen.“ Viele Wortbeiträge folgten umschlossen durch virtuoses Klavierspiel mit Werken von Ravel, Bach und anderen.

Pastor Dr. Hans-Otto Reling, Pastor und Seelsorger der Adventgemeinde sprach zur Eröffnung.

„Die Stadt Uelzen besitzt ein neues Haus“, so Pastor Dr. Hans-Otto Reling von der Landeskirche der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Zusammen mit dem Advent-Wohlfahrtswerk ist sie Gesellschafter der „Hospiz Am Stadtwald gGmbH“. „Was ist das für ein Haus des Lebens, in dem gestorben wird?“, fragte Reling und ging zurück zur Grande Dame der Hospizbewegung Cicely Saunder. Dr. Reling sprach seinen Wunsch aus, dass das Haus eine Herberge sein möge, ein Ort, an dem sich Menschen angenommen fühlen und spüren, dass sie willkommengeheißen werden, die letzten Tage ihres Lebens wirklich leben und nicht abgeschoben und abgeschrieben sind. In dem Haus möge gewacht werden, wachsam mit den Gästen umgegangen werden. Durch die Gegenwart, durch das Herz der Mitarbeiter möge wertschätzende Achtsamkeit vermittelt werden.

Auch Johannes Näther (Vorsteher des Norddeutschen Verbandes der Adventisten), Thomas Röstel (Prokurist der Grundstücksverwaltung des Verbandes) und Karl-Heinz Walter vom geschäftsführenden Vorstand kamen zur offiziellen Eröffnung und betonten die Entwicklung des Hospizes – deren Gäste übrigens keiner bestimmten Konfession angehören müssen –, die hohe gestalterische und funktionale Qualität des Hospiz und die Herausforderung für die Pflegekräfte.

Uelzens Bürgermeister Otto Lukat zollte Dank und Respekt und sagte, dass mit dem Haus in Uelzen „der letzte Weg im Leben zum würdigen Ende möglich ist“.

Propst Jörg Hagen beglückwünschte und kam auf die Wichtigkeit guter Vernetzung mit verlässlichen Partnern zu sprechen. Der Empfang in der „Adventsgemeinde Uelzen Stadtwald“ und anschließende Führungen durch das Hospiz folgten.

Von Ute Bautsch-Ludolfs

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