Grünen-Bundespolitiker lockt rund 50 Zuhörer zum Thema Freihandel

Hofreiter zu TTIP und Ceta: „Harter Kampf gegen Abkommen“

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Anton Hofreiter im Bistro im Stadtgarten: Beinahe ohne Punkt und Komma kritisierte der Bundespolitiker die Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union, den USA und Kanada.

Uelzen. Anton Hofreiter weiß schon die Leute einzufangen. Als er am Dienstagabend nahezu ohne Punkt und Komma über die geplanten Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA beziehungsweise Kanada (TTIP und CETA) im Bistro Stadtgarten sprach, war es sehr leise in der Gastronomie.

Rund 50 Zuhörer waren gekommen. Darunter auffallend viele junge Leute.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag geißelte beide geplante Abkommen gleichermaßen. Die Zölle zwischen den Handelszonen seien nicht besonders hoch. „Es braucht kein Freihandelsabkommen“, so Hofreiter. Es gehe einfach um die Durchsetzung von Intererssen großer Industriekonzerne, die ohnehin schon eine riesige Macht hätten, sagt Hofreiter.

Der Grünenpolitiker fürchtet, dass vor allem in der europäischen Landwirtschaft Strukturen unwiederbringlich wegbrechen werden, sollten die beiden Abkommen Rechtskraft erlangen. „Ich war in Kanada und habe mit Betroffenen der dortrigen Feihandelszone gesprochen“, berichtete Hofreiter. Tradierte Strukturen der dortigen Landwirtschaft seien einfach weggefallen, weil sich die Industrialisierung in der ländlichen Kultur in einem immer schnelleren Maße durchgesetzt habe.

Zudem sei es nicht akzeptabel, dass so genannte „Schiedsgerichte“ eine Sonderjustiz schaffen würde. Nicht ordentliche Gerichte würden entscheiden, sondern mit Rechtsanwälten besetzte Gremien. Und da werde zwichen Streitigkeiten von Unternehmen und Staaten entschieden.

Zuweilen verlor sich die Politiker in Details, kam von einem Aspekt auf den nächsten. Auch das mittlerweile berühmte Chlorhühnchen kam bei ihm vor. Er wolle kein Fleisch essen, das erst durch ein Chlorbad müsse, damit es keimfrei werde. „Wir werden da einen harten Kampf führen müssen, um beide Abkommen zu verhindern“, sagt Andreas Hofreiter.

Und noch ein Fass machte der Politiker auf: Nämlich das, dass die europäiischen Fischereiflotten vor Westafrika die Gewässer leerfischten. „Dortwerden etliche Fischer arbeitslos.“ Und das seien die Wirtschaftsflüchtlinge von morgen, die am Ende an die Tore Europas klopften. Die Menschen würden durch die Sahara fliehen und sich dann auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer machen. „Etliche ertrinken am Ende auf der gefährlichen Überfahrt.“

Von Jens Schopp

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