Harte Knochen...

. . .  sind so Zeitungsleute, denken manche, die zu viele Filme gucken. Ruchlos, gefühllos, taktlos, hemmungslos.

Großer Quatsch. Uhlenköper zumindest hat kürzlich vor Berichten von Schulentlassungen gesessen und sie auf die Seiten gefriemelt. Dabei muss man den Text gegenlesen und hier und da ein Wörtlein kürzen, damit es sitzt. Und von wegen gefühllos: In Strömen liefen ihm die Tränen über die Wangen bei so viel sentimentalen und wunderwunderschönen Gesten. Da schenken Jugendliche ihren Lehrern Bäume mit jungen Trieben, und sagen „wie wir es einmal waren“.

Uhlenköper heult auf wie ein Hund, das Kinn zittert, Tränen rinnen die Wangen entlang, klatschen wuchtig auf die Tastatur kurz links über dem K: „jik“ tippt der Computer brav.

Fast zu lange her ist seine eigene Entlassung, und so recht kann er sich nicht mehr erinnern, der Uhlenköper, an irgendeinen Tag damals vor knapp 20 Jahren. Vermutlich war er ein arroganter junger Schnösel, der die meisten Lehrer irgendwie ein bisschen seltsam bis doof fand.

Aber diese Lanze muss man für Lehrer brechen: Nein, sie mögen ihre Schüler, nehmen Anteil, wollen das Beste. Schlaue Schüler wissen das. Und alle Schüler werden ihre Lehrer niemals vergessen, weiß der Uhlenköper.

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