Premierenauflage lockt an zwei Tagen rund 12 000 Gäste auf Schnellenmarkt

1. Uelzener Hansefest punktet mit Atmosphäre

+
Für Kinder gibt es kaum etwas Schöners, als sich zu verkleiden. Die beiden Nachwuchs-Ritter brauchen erst mal eine Stärkung.

Uelzen. Dass das erste Uelzener Hansefest keine Eintagsfliege bleiben darf und wohl auch nicht wird, dafür sorgten rund 12000 Besucher an zwei tagen.

Und die waren sehr davon angetan, was die Stadt am Wochenende – wenige Monate nach der offiziellen Auszeichnung – auf die Beine gestellt hatte.

Ein Bettler aus der Hansezeit hofft am Sonnabend auf Almosen von den Besuchern. Für Kinder gibt es kaum etwas Schöners, als sich zu verkleiden. Die beiden Nachwuchs-Ritter brauchen erst mal eine Stärkung.

Das Hansefest war erst einmal ein Fest von Uelzern für die Uelzer. Julia aus Uelzen, die mittelalterlich angehauchte Märkte bisher nur aus Lüneburg kannte, urteilte: „Toll, dass es so etwas jetzt auch in Uelzen gibt.“ Und Uta Meyer, ebenfalls aus der neuen Hansestadt: „Eine tolle Idee. Das Fest sollte beibehalten werden.“ Mehr als Respekt zollten auch Besucher von umliegenden Kommunen. „Es ist nicht so überlaufen wie ähnliche Veranstaltungen bei uns“, stellte Katrin Obst aus Lüneburg fest. Man könne flanieren und das Angebot an Ständen und Programm sei reichhaltig, abwechslungsreich und faszinierend.

Viele Menschen, die in der Region gerade ihren Urlaub verbringen, nutzten den schönen Tag zu einem Besuch beim Hansefest. Ebenso Gäste aus Hamburg, Munster, Braunschweig oder Wolfsburg, wusste Stadtsprecherin Ute Krüger zu berichten.

Beim Frühstück auf dem Schnellenmarkt war am Sonntagmorgen kaum noch ein Platz zu bekommen. Musiker mit historischen Instrumenten untermalten den Schmaus bei Sonnenschein.

Mit einer ebenso familiären wie unaufgeregten Atmosphäre wusste das erste Uelzener Hansefest an zwei Tagen zu punkten. Das bestätigte Festival-Profi Frank Pfetzing. Er war Sonnabend und Sonntag auf dem Schnellenmarkt Herold und Gaukler in Personalunion. „Das ist eine sehr gelungene Veranstaltung mit Luft nach oben.“ Er weiß wovon er spricht: Seit über 15 Jahren verdient er auch auf Festen dieser und anderer Art seine Brötchen. „Die Stadt hat hier ihr Herzblut hineingesteckt“, lobte Pfetzing, alias Tumalon. Und so ein Frühstück wie am Sonntagmorgen habe er noch nie auf so einer oder ähnlichen Veranstaltung erlebt, so Tumalon anerkennend. Nicht zuletzt die Veranstaltungsagentur „Fogelvfrei“ habe mit dem von ihr organisiertem Markt und Programm zum Erfolg des Festes beigetragen, sagte Uelzens Bürgermeister Jürgen Markwardt. Der brauchte gestern nicht viele Worte um sein Festbilanz zu ziehen und Gemütslage zu skizzieren: „Ich bin rundherum zufrieden.

Konnte er auch. Nicht nur wegen des Programms: Bogenschießen, Töpfern, Körbe flechten, Steine mit Meißeln bearbeiten – viele Mittelalterliche Handwerks- und sonstige Künste konnten betrachtet und ausprobiert werden. Zu den Highlights gehörten fraglos die Auftritte Tumalons und der anderen Gruppen. Kostprobe einer mittelalterlich angehauchten Situationskomik: Ein Mann kommt zufällig an der Bühne vorbei und schiebt ein Rad. Tumalon: „Euer Pferd ist völlig abgemagert. Nur noch Haut und Knochen. Gebt ihm mehr Hafer.“

Von Jens Schopp und Steffen Kahl

Uelzener Hansefest: Die Bilder

Hansefest Uelzen: Feuershow und Bürgerfrühstück

Kommentare