Regisseur Philippe Lesage ist mit „The Demons“ nominiert – und stellt sein Werk im hiesigen Kino vor

Hamburger Filmfest spielt in Uelzen

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In dem Film „The Demons“ geht es um den zehnjährigen Félix, gespielt von Édouard Tremblay-Grenier, den Ängste plagen.

Uelzen. Ein Hauch von Glamour weht durch Uelzen, wenn am Sonnabend, 10. Oktober, ab 19.30 Uhr der rote Teppich beim Filmfest Hamburg bis in die Uhlenköperstadt reicht und der kanadische Regisseur Philippe Lesage seinen Spielfilm „The Demons“ dem Uelzener Publikum persönlich vorstellt.

Renate Böhms Central-Theater ist eines von drei Kinos, die unter dem Motto „Stadt, Land, Filmfest“ als Spielstätten außerhalb Hamburgs ausgewählt wurden – und das bereits zum zweiten Mal.

Zum Film: Der zehnjährige Félix (Édouard Tremblay-Grenier) lebt in einem ruhigen Vorort, in dem niemals etwas zu passieren scheint. Dennoch hat er vor allem und jedem Angst – davor, dass seine Eltern sich scheiden lassen, vor Verrückten, die es auf Jungs wie ihn abgesehen haben, vor den sonderbaren Nachbarn, vor Aids. Je mehr Félix seinen Fantasien freien Lauf lässt, desto mehr ähneln die Dämonen, die in seiner Einbildung existieren, der wirklichen, verstörenden Welt um ihn herum.

Im vergangenen Jahr war die Vorstellung des Films „Hallå, Hallå“ mit der schwedischen Regisseurin Maria Blom bereits ein voller Erfolg (AZ berichtete). Damals bekam Böhm überraschend einen Anruf aus Hamburg. „Wie kommen Sie ausgerechnet auf Uelzen?“, habe Sie da gefragt und sogleich eine Antwort erhalten: „Sie sagten, sie hätten vom Uelzener Kino schon mehrfach gehört.“ Und das, was damals als Experiment geplant war, scheint nicht nur die Filmfest-Macher überzeugt zu haben. Als die Regisseurin Maria Blom am Ende des Filmfests im vergangenen Jahr in einem Hamburger Kino für den Publikumspreis nominiert wurde, habe sie auf der Bühne von der Uhlenköperstadt geschwärmt. „Sie soll gesagt haben: ,Hier in Hamburg ist alles toll, aber in Uelzen war’s am schönsten‘ “, freut sich Böhm noch heute.

Und auch der Film „The Demons“, der beim Filmfest auch noch in einem Hamburger und dem Harsefelder Kino gezeigt wird, ist in einer Kategorie nominiert – und zwar für den NDR-Nachwuchspreis. „Der muss schon gute Chancen haben, wenn sie den dreimal zeigen“, meint Böhm. Der Jugendfilm wird beim Filmfest in der Originalsprache Fanzösisch mit deutschen Untertiteln gezeigt. Anschließend steht Regisseur Lesage zur Diskussion bereit – mit Übersetzer. Ob „The Demons“ nach der Premiere den Weg auf die deutschen Kinoleinwände findet, weiß die 73-jährige Kinobesitzerin unterdessen nicht.

Für Böhm ist das Filmfest in Uelzen so oder so etwas nicht Alltägliches: Ein roter Teppich wird ausgelegt, Fackeln werden vor dem Kino entflammt, es gibt einen Sektempfang und frische Brezeln für die Gäste. Böhm: „Das ist der Ruf vom Kino, dass man eben auch mal Experimente macht.“ Karten für die Vorstellung gibt es ab sofort im Central-Theater.

Von Sophie Borm

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