Gestiegene Umschlagsmengen: 446 000 Tonnen werden 2015 am Elbe-Seitenkanal verladen

Hafen boomt als Wirtschaftsstandort

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Getreide, Holz und Stahl - das sind die Güter, von denen 2015 deutlich mehr Mengen am Uelzener Hafen verladen wurden. Insgesamt wurden knapp 446 000 Tonnen umgeschlagen.

Uelzen/Wittingen. Der Uelzener Hafen wird als Wirtschaftsstandort immer bedeutsamer: Nach den Rekordzahlen der vergangenen Jahren ist der Güterumschlag 2015 nochmals gestiegen – von 436 000 auf knapp 446 000 Tonnen.

Vor allem mehr Stahl und Holz wurden verladen, wie aus einer Statistik der Uelzener Hafenbetriebs- und Umschlags-GmbH (UHU) hervorgeht. Mit Bien-Holz und der Pfeifer Holz GmbH haben zwei Palettenwerke ihren Sitz im Uelzener Hafengebiet. Auch bei den umgeschlagenen Getreidemengen weist die UHU ein Plus aus.

Die Zeiten der Rekordjagden am südlich von Uelzen am Elbe-Seitenkanal gelegenen Hafen Wittingen sind indes erst einmal vorbei, der Güterumschlag dort ist nach den Zahlen der Osthannoverschen Umschlagsgesellschaft (OHU) 2015 eingebrochen. Erstmals seit 2012 wurde dort die 300 000er Marke wieder unterschritten.

Schiffe bringen Güter über den Elbe-Seitenkanal nach Wittingen und Uelzen. In der Uhlenköperstadt legten jedoch 2015 weniger an als noch im Jahr zu vor. Die größeren Mengen an Gütern wurden vor allem an Land umgeschlagen. In Zahlen: 299 Schiffsfrachter hatten im vergangenen Jahr Uelzen als Ziel, 2014 waren es noch 353. Auch in Wittingen wurde seltener der Anker von Schiffen geworfen.

Wie berichtet, gibt es bei der Esterholzer Schleuse einen einen eingeschränkten Betrieb. Geschleust werden kann nur über einen Trog. Dass es dadurch weniger Schiffsverladungen gab und in Wittingen zum Mengenrückgang am Hafen kam, ist laut Wittingens Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse noch nicht festzustellen. Konkrete Auswirkungen seien aber zu erwarten, sagt Kruse auf Anfrage nach Gesprächen mit dem Uelzener Wasser- und Schifffahrtsamt. Dieses habe auf die Möglichkeit von Verspätungen hingewiesen. Seitens der Industrie- und Handelskammer (IHK) heißt es, man habe bislang noch keine Rückmeldungen aus der Branche, dass es aufgrund der Schleuse zu gravierenden Problemen kommt. Reeder hatten gegenüber der AZ erklärt, dass gerade Termingeschäfte schwieriger zu realisieren seien. Die Wittinger Stadtverwaltung will laut Kruse beizeiten „nachhaken“.

Für Uelzen gibt die UHU schon eine konkrete Prognose für 2016 ab, wonach der Gesamtumschlag sich weiter erhöhen soll – auf insgesamt 467 000 Tonnen.

Von Holger Boden und Norman Reuter

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