Unterricht für Flüchtlinge

Grundschulen der Stadt müssen derzeit 55 Kinder von Flüchtlingen beschulen

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Die meisten Flüchtlingskinder werden an der Sternschule unterrichtet. Zusätzliches Personal hilft.

Uelzen. 55 Kinder von Flüchtlingen müssen derzeit an den Grundschulen der Stadt unterrichtet werden, berichtete der Erste Stadtrat Dr. Florian Ebeling am Dienstag in der Sitzung des Schulausschusses.

Nach der Verbesserung und Etablierung eines Anmeldeprozesses stünden mittlerweile regelmäßig belastbare Zahlen zur Verfügung.

Dieser Prozess umfasse die Registrierung durch die Ausländerbehörde, Meldung bei Kommune, die Feststellung des Wohnsitzes, daraus folgend die Zuteilung zu dem entsprechenden Schulbezirk sowie die Meldung der schulpflichtigen Flüchtlingskinder an die jeweiligen Schulen. Dazu komme eine Rückkoppelung mit den Schulen, ob diese Kinder dann auch tatsächlich an den Schulen angekommen seien und unterrichtet würden.

Nach dem derzeitigen Stand sei der überwiegende Teil der schulpflichtigen Flüchtlingskinder – aufgrund der Sammelunterkunft in der Nothmannstraße – an der Grundschule Sternschule. 31 Flüchtlingskinder werden dort unterrichtet. Ein weiterer großer Teil – 19 Kinder – werden an der Lucas-Backmeister-Schule unterrichtet. Nur fünf Flüchtlingskinder sind an den anderen Schulen der Stadt.

Der Schulausschuss diskutierte die Frage, ob eine gleichmäßigere Verteilung auf die Schulen sinnvoller für ihre Integration sei. Es wurde daran erinnert, dass Bürgermeister Jürgen Markwardt in der Vergangenheit gesagt hatte, man ließe Sternschule und Lucas-Backmeister-Schule „nicht im Regen stehen“.

Ebeling bekräftigte diese Aussage. Zur Optimierung der Situation würden in Schulleiterbesprechungen weitere Gespräche stattfinden. Denkbar sei beispielsweise ein Pilotprojekt mit Studierenden des Studienganges „Soziale Arbeit“ der Ostfalia Hochschule in Suderburg. Praktiziert werde bereits eine Zusammenarbeit mit dem Schulkindergarten bei der Backmeister-Schule. Der Schulkindergarten habe aber nur begrenzte Möglichkeiten, machte eine Vertreterin deutlich. „Wir sind nicht darauf ausgelegt, plötzlich mehreren zusätzlichen Kindern die nötigen Deutschkenntnisse für einen Schulbesuch beizubringen oder diese Kinder dazu zu erziehen, dass sie mit dem System Schule klarkommen.“ Auch das sei teilweise ein Problem. Allem Anschein nach wird die Beschulung von Flüchtlingskindern auch zukünftig nach dem Prinzip „Kurze Beien, kurze Wege“ laufen. Denn gerade von der am stärksten belasteten Schule, der Sternschule, kamen positive Signale. Die stellvertretende Schulleiterin Susanne Schmidt machte deutlich, dass man sich nicht gegen die zusätzlichen Schüler und die zusätzliche Arbeit wehre, man brauche lediglich eine entsprechende zusätzliche Versorgung mit Lehrkräften oder auch Sozialpädagogen. Die Hilfe gibt es derzeit schon und sie soll künftig fest integriert werden. Schmidt: „Bis zum ersten Februar haben wir vom Land eine Soforhilfe bekommen, ab ersten Februar soll eine zusätzliche Lehrkraft fest an unsere Schule kommen. Wir werden dann eine ‘Willkommensklasse’ haben, in der sprachliche und sonstige Defizite abgebaut werden können. Im Anschluss können die Flüchtlingskinder regulär in die Klassen gehen.“

Von Steffen Kahl

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