Die grüne Lunge des HEG

Chefsache: Schulleiterin Ursula Schreiter-Antonius rettet höchstpersönlich die letzten Tulpen vor den anrückenden Baumaschinen.

Uelzen - Von Jürgen Köhler-Götze. Die Betonplatten im Atrium des Herzog Ernst-Gymnasiums haben dankbare Abnehmer gefunden. „Was jetzt noch hier drin ist, kriegen wir nur mit Maschinen raus“, sagt Alexander Schrader vom Suderburger Architekturbüro Stadt und Natur. Die sind gerade per Kran in den Innenhof eingeschwebt. Er hat Schulleiterin Schreiter-Antonius in die Hand versprochen, dass die Abiturienten am 19. Juli im neu gestalteten Atrium feiern können. „Wenn wir nicht auf etwas völlig Unerwartetes stoßen, dann schaffen wir das auch“, ist Schrader zuversichtlich, „aber wenn wir plötzlich auf Öl treffen...“

Das Atrium wird als Rückzugs- und Ruhebereich den Oberstufenschülern vorbehalten bleiben. Auf dem Rollrasen, der bald verlegt wird, werden die dann eine kleine Hügellandschaft rund um den Baum vorfinden, der nicht nur wegen der Baumschutzsatzung nicht gefällt wurde. Auch das Herz der Schulleiterin hängt an ihm. Die rettet derweil die allerletzten Tulpen vor der Planierraupe, die die verbliebenen Bodendecker gleich abräumen wird.

An der Stelle, wo zuvor der Abijahrgang 1984 sich mit einer großen roten geballten Faust verewigt hatte, deren Trümmer noch im Atrium auf den Abtransport warten, wird ein Springbrunnen stehen, der mit Sonnenenergie betrieben wird. „Nur damit keine Missverständnisse entstehen“, wirft Schreiter-Antonius ein, „es handelte sich natürlich um Goethes Faust.“ Die Monumente, mit denen sich die einzelnen Abijahrgänge über die Jahre hinweg im Atrium verewigt hatten, sind übrigens in Absprache mit den betroffenen Schülern entfernt worden.

Gleich neben dem Brunnen wird eine Chill-Ecke entstehen, ein Bereich zum Entspannen mit Doppelbänken für jeweils zwei Schüler. Bei anderen Bänken wurde das Sitzverhalten der Schüler aufgegriffen: Man sitzt vor allem auf den Rückenlehnen der Bänke, seltener auf der eigentlichen Sitzfläche. Und auch ein „grünes Klassenzimmer“ wird entstehen, in dem bei gutem Wetter der Unterricht draußen stattfinden kann.

Insgesamt wird der Umbau rund 40 000 Euro kosten. Der Ehemaligenverein wird sich an der Ausstattung des Atriums beteiligen und mit etwas Glück gibt es noch einen Zuschuss von der Bingo-Lotterie. Das Projekt ist für den Wettbewerb „Grüne Inseln im Siedlungsbereich“ der Bingo-Stiftung gemeldet.

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