Zwei Tage lang wird am übernächsten Wochenende auf dem Schnellenmarkt gefeiert

Großes Fest in Uelzen: Die Hanse kehrt zurück in die Stadt

+
Herold Tumalon mit Langposaune, Bürgermeister Jürgen Markwardt, Vanessa Ziegan von Fogelvrei, Touristinfo-Leiterin Anke Steffen und Fogelvrei-Chef Johannes Faget (von links) stellten gestern das Programm des ersten Uelzener Hansefestes vor.

Uelzen. Bloß nichts von der Stange, sondern ganz individuell und auf Uelzen ausgerichtet, so skizziert Bürgermeister Jürgen Markwardt seine Ansprüche an das erste Hansefest der Stadt von Sonnabend, 17. , bis einschließlich Sonntag, 18. September, auf und um den Schnellenmarkt in der Innenstadt.

Dass das gelingen kann, dafür seien das Engagement und die vielen Ideen, die die Uelzener bisher in die Vorbereitungen eingebracht haben, ein starkes Indiz, ergänzt Anke Steffen, Leiterin der Touristinformation Uelzen. Markwardt betont, dass das Hansefest eine wirklich gute Gelegenheit sei, sich mit der Stadtgeschichte zu beschäftigen. „Das tun wir eigentlich viel zu wenig“, so der Bürgermeister. Hansestadt, die Uelzen seit dem 16. April offiziell ist, sei kein Label, sondern die Stadt lebe.

Dass auch Leben auf den Schnellenmarkt kommt, dafür sollen die Protagonisten der Produktionsfirma „Fogelvrei“ sorgen. Das Unternehmen von Johannes Faget sorgt bereits seit Jahren für das mittelalterliche Ambiente beim jährlichen Burgfest in Bad Bodenteich. Nur: Mittelalterlich soll es nicht werden in Uelzen. „Wir wollen die Zeit der Hanse aufleben lassen“, sagt Faget. Kreativen Anachronismus nennt der Eventmanager das. Man wolle nicht irgendeine Zeit konservieren, sondern bei der Besinnung aufs Analoge nach vorne Blicken.

Das Analoge wird unter anderem in Form von Handwerker-Ständen präsentiert. Drechsler, Schmiede, Glaser, eine Lederwerkstatt oder Korbflechter werden auf dem Markt und in den angrenzenden Gassen zu finden sein. Um 11 Uhr wird das Fest von Herold Tumalon (Frank Pfetzing) angekündigt. Bürgermeister Jürgen Markwardt wird historisch gewandet den Markt abnehmen sowie Maße und Gewicht kontrollieren. Davon wusste er bis zur Vorstellung des Programms gestern Mittag noch nichts. Apropos historische Gewänder: „Wir hoffen, dass möglichst viele Besucher sich der Hansezeit entsprechend kleiden werden“, so Anke Steffen. Noch können historische Gewänder montags, dienstags, donnerstags und freitags von 15 bis 17 Uhr im alten Central-Café am Schnellenmarkt ausgeliehen werden (20 Euro). Speisen und Getränke werden größtenteils auf die Zeit der Hanse beschränkt. Will sagen: Cola und Pommes Frites wird es nicht geben. „Die Kartoffel kam ja erst so richtig mit Friedrich dem Großen im 18. Jahrhundert in Deutschland an“, berichtet Faget.

Dass an den Tagen auf dem Herzogenplatz das Oktoberfest stattfindet, sei keine Konkurrenz, so Markwardt und Faget. Das Hansefest sei auf die Familien ausgerichtet und ende mit Einbruch der Dämmerung. Anschließend könne man das Tuch gegen die Krachlederne tauschen.

Von Jens Schopp

Kommentare