Uelzener Versicherungsmakler wartet in U-Haft auf Prozess

In großem Stil illegal abkassiert?

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Weil ein Uelzener Versicherungsmakler offensichtlich auch nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen illegal abkassiert haben soll, sitzt er jetzt in U-Haft.

Uelzen. Monatelang schon liefen die Ermittlungen gegen ihn, dennoch soll ein Uelzener Versicherungs- und Finanzmakler immer weiter seinem betrügerischen Geschäft nachgegangen sein. Selbst als die Staatsanwaltschaft längst eine Anklage gefertigt hatte, soll den Mitvierziger das nicht abgeschreckt haben.

Er machte, so der heutige Ermittlungsstand, weiter mit seinen Straftaten – bis die Anklagebehörde jetzt die Notbremse zog: Sie beantragte einen Haftbefehl, ein Uelzener Amtsrichter schickte den Familienvater wegen Wiederholungsgefahr und der zu erwartenden erheblichen Haftstrafe ins Gefängnis. Dort wartet er jetzt auf seinen Prozess.

Das Verfahren vor dem Landgericht Lüneburg könnte eines der größten Uelzener Betrugsverfahren in den letzten Jahren werden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Versicherungmakler Betrug in großem Umfang vor. Sie geht derzeit von einem Schaden in Höhe von weit über einer Viertelmillion Euro aus. „Geschädigt sind vor allem Versicherungen“, erklärt die Sprecherin der Lüneburger Anklagebehörde, Angelika Klee: „Wir werfen ihm gewerbsmäßigen Provisionsbetrug bei Versicherungsabschlüssen vor.“

Monatelang war eine eigens eingesetzte Ermittlungsgruppe bei der Uelzener Kriminalpolizei damit beschäftigt gewesen, hinter die Geschäftsgebaren des Versicherungsmaklers zu blicken. „Nach derzeitigem Kenntnisstand hat der Beschuldigte Versicherungsverträge nur mit dem Ziel vermittelt, Provisionen zu kassieren“, erläutert Angelika Klee. Die Verträge seien dann regelmäßig geplatzt, wenn die Provision auf dem Konto des Uelzeners waren. Mehrfachen Anlagebetrug mit einem Schaden von über 100 000 Euro wirft die Staatsanwaltschaft dem U-Häftling in einer ersten Anklage vor.

Noch bevor diese verhandelt werden konnte, sammelten sich bei den Ermittlern die nächsten Fälle – um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, beantragte die Anklagebehörde schließlich Haftbefehl. „Bei diesen neuen Fällen laufen die Ermittlungen noch“, erläutert die Oberstaatsanwältin. Die Behörde bastelt derzeit an einer weiteren Anklage, „hier geht es nach ersten Schätzungen um einen Schadensumfang von rund einer Viertelmillion Euro“, so Klee. „Der Betrag kann aber durchaus noch höher sein.“ Auch dafür wird sich der Mitvierziger dann vor dem Landgericht verantworten müssen. Einen Termin haben die Richter noch nicht angesetzt.

Von Thomas Mitzlaff

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