AZ hat den Einsatz begleitet

Großeinsatz gegen Alkoholfahrten: Zahlreiche Polizeikontrollen im Kreis Uelzen

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Über Funk sprechen sich die Beamten ab: Welches Fahrzeug soll rausgewunken werden? Für Polizeioberkommissar Thomas Böhrendt ist das seit vielen Jahren Routine.

Uelzen. Einsatzbefehl Alkoholkontrolle – für 20 Polizeibeamte im Bereich des Polizeikommissariats Uelzen heißt das am Donnerstag: Autofahrer kontrollieren – insbesondere auf möglichen Alkoholkonsum. Die AZ hat den Einsatz begleitet.

15.15 Uhr, Polizeikommissariat Uelzen. Die Einsatzleiter Polizeioberkommissar Thomas Böhrendt und Polizeikommissar Nils Richter weisen die Beamten aus Uelzen und von den Stationen Ebstorf, Suderburg, Bad Bodenteich sowie Bad Bevensen und Bienenbüttel ein. Bis in die Nacht sollen sie im Kreisgebiet Autofahrer anhalten.

16.05 Uhr, an der Heidestraße in Bad Bevensen. Zum ersten Mal geht die Kelle raus. Eine Frau hält an. „Polizeikontrolle – Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte“, lautet die Aufforderung von Thomas Böhrendt. Die Frage nach Alkoholkonsum verneint die Dame glaubhaft, aber ihr Verbandskasten ist abgelaufen. Sie verspricht, das zu ändern.

16.37 Uhr, der erste Treffer: Eine junge Frau hat ihr Handy in der Hand, die Beamten sehen das. Die Frau behauptet, nicht telefoniert zu haben, muss sich aber von den Polizisten belehren lassen: Schon das In-Die-Hand-Nehmen reiche aus, um den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit zu erfüllen. Die Konsequenz: Ein Punkt in Flensburg und 60 Euro Strafe.

17.06 Uhr, im Polizeiauto auf der B4 von Bevensen nach Uelzen. 20 Fahrer haben die Beamten rausgewunken, keiner hatte Alkohol getrunken. „Für uns ist das auch ein Erfolg“, sagt Torsten Cohrs, Polizeikommissar und seit vielen Jahren Kollege von Böhrendt in der Polizeistation Suderburg. „Andersrum wäre es schlimm – wenn wir etliche Betrunkene erwischt hätten!“

17.29 Uhr, auf der Celler Straße in Uelzen. Die Beamten machen eine mobile Kontrolle aus dem fließenden Verkehr heraus. Sie wählen die ersten Fahrzeuge zufällig aus. Alternativ, erklären sie, achte man darauf, ob sich ein Autofahrer auffällig verhalte. Der Anhaltesignalgeber auf dem Dach des Polizeiwagens zeigt den spiegelverkehrten, leuchtenden Schriftzug „Stop Polizei“. Dazu leuchtet ein roter Blitz auf, damit der vorausfahrende Fahrer die Kontrolle auch wirklich bemerkt. Aus Gründen der Eigensicherung treten die Beamten im Scheinwerferlicht des eigenen Fahrzeuges von hinten und von beiden Seiten an das Auto heran, leuchten den Innenraum mit Taschenlampen aus. In diesem Fall ist die Kontrolle schnell vorbei: Der Fahrer ist ein Kollege, der – nüchtern – zur Weihnachtsfeier seiner Abteilung unterwegs ist. Weihnachtsfeier ist Böhrendts Stichwort: „Gerade in dieser Jahreszeit wollen wir in der Öffentlichkeit präsent sein: Alkohol und Auto – das passt nicht zusammen, auch nicht nach Weihnachtsfeiern oder dem Besuch am Glühweinstand.“ 18.03 Uhr, hinter dem Kreisverkehr an der Veerßer Straße in Uelzen beginnt eine weitere stationäre Kontrolle. Etliche Fahrer werden in einer Stunde kontrolliert, getrunken hat hier ebenfalls niemand. Die weiteren stationären und mobilen Kontrollen im Landkreis enden gegen 23 Uhr. Insgesamt stellen die Beamten 26 Verstöße fest, überwiegend leichtere. Zu sechs Handy-Benutzern gesellen sich aber auch zwei Trunkenheitsfahrten. In Suhlendorf und Bad Bodenteich sind es ein Roller- und ein Mofafahrer, die 1,38 beziehungsweise 1,72 Promille hatten. 270 Kontrollen führt die Polizei insgesamt durch.

Von Steffen Kahl

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