Geschäftsführer: Psychiatrischen Alterserkrankungen mit hochgradiger Spezialisierung begegnen

Große Pläne für „Stift im Hülsen“

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Thomas Bader mit der aktuellen 27. Version der Zeichnungen für das „Stift im Hülsen“. Ab 2018 soll hier hochgradig spezialisiert auf pflegebedürftige Menschen mit alterspsychiatrischen Krankheiten eingegangen werden.

Uelzen. Spazierwege im Außengelände, die „automatisch“ zum Weitergehen motivieren, bis man wieder am Startpunkt ist. Licht-, Farb- und weitere Gestaltungskonzepte, die die Orientierung im im Gebäude erleichtern und dabei ein Gefühl von „Heimat“ vermitteln.

Dies sind nur ein paar der Punkte, die bei der Planung zu Uelzens neuem Senioren- und Pflegeheim von Thomas Bader, Geschäftsführer der Heiligen Geist Stiftung zu Uelzen, in den Mittelpunkt gestellt werden.

Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels sind für Bader der Umgang mit „gerontopsychiatrischen Erkrankungen“. Dazu gehören Demenz, Alzheimer, aber beispielsweise auch altersbedingte psychische Veränderungen. Dieser wird man sich in dem von ihm entscheidend mitgeplante Heim stellen.

Seit drei Jahren beschäftigt Bader die Planung der Einrichtung mit 100 vollstationären Pflegeplätzen, auf seinem Schreibtisch liegt die 27. Version der Planungszeichnungen und er spricht von seinem „Baby“.

Mit dem Neubau wird das Pflegeangebot der Heiligen Geist Stiftung rund 695 Jahre nach ihrer Gründung komplett neu sortiert. Bader erklärt, dass die Stiftung künftig neben dem „Stift Im Hülsen“ auch weiter im Wichernhaus (80 Plätze) ein vollstationäres Pflegeangebot bieten wird. Sowohl im Wichernhaus als auch im Heiligen-Geist-Stift an der Waldstraße werde darüber hinaus für das jeweilige Quartier weitere Pflegeangebote wie Tages- und Kurzzeitpflege, Seniorenwohnanlage oder auch Hausmeisterdienste angeboten: „Wir decken künftig das gesamte Potpourri in der Altenhilfe ab“, sagt Bader.

Neben dem Neubau Im Hülsen werde hierzu bis 2019 das Wichernhaus komplett umgebaut und saniert und der Heiligen Geist Stift 2019 abgerissen, um dort eine Seniorenwohnanlage zu bauen. Letzteres, schränkt Bader ein, sei aber noch nicht beschlossen.

Spatenstich für den „Stift Im Hülsen“ ist Oktober. Jüngst erfolgte die Offenlegung des Bebauungsplanes, derzeit stehen Lärm- und Bodengutachten an. Im Frühjahr 2018 soll das Gebäude bezogen werden können. „Wir liegen gut im Rennen“, meint Bader.

Der Schwerpunkt des Stifts liegt auf den alterspsychiatrischen Erkrankungen. Bader strebt eine hochgradige Spezialisierung der Einrichtung an. Gerontopsychiatrische Fachkräfte, dazu eine Kooperation mit der benachbarten Psychiatrischen Klinik und ein Gebäude, das von Anfang an auf die speziellen Bedürfnisse der künftigen Bewohner hin konzipiert wurde, machen die Spezialisierung aus.

So sieht der Bauplan vor, die 100 Einzelzimmer mit je 22 Quadratmetern und eigenem Bad auf zwei Ebenen in acht Wohngruppen zu unterteilen. Die Zimmer einer Wohngruppe werden um ein Atrium herum gruppiert, das Spaziergänge ermöglichen soll, ohne dabei die Orientierung zu verlieren. Eine entsprechende Beleuchtung soll signalisieren, dass ein Gang keine Sackgasse ist, sondern dass es dort weitergeht. Individuell gestaltete Türen sollen die Wiedererkennung des eigenen Zimmers erleichtern und ein Farbkonzept mit warmen Farben zum Wohlfühlen beitragen.

Aktivitätszonen, Therapieräume, dazu Frisör, Café und eine Terrasse, runden das Angebot ab. Weitere Informationen unter (0581) 971200 bei den Diakonischen Diensten.

Von Steffen Kahl

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