Die große Dürre

Trocken, sonnig und warm präsentierte sich der April im Kreis Uelzen. Auch der Mai hat bislang kaum Regen gebracht. Eine Folge war gestern Nachmittag ein Böschungsbrand bei Bruchtorf. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. Hoch „Uta“ über Polen und Skandinavien sorgt mit warmen südlichen bis südöstlichen Winden für ein sonnig-wonnig und sommerlich warmes Maiwochenende im Kreis Uelzen. Von Freitag bis Sonntag klettern die Temperatur von 21 bis auf 25 Grad. Allerdings bleiben die Nächte mit 3 bis 5 Grad weiterhin recht frisch. Voraussichtlich bis zum Dienstag kann sich der „Maisommer“ halten. Ob uns dann eine Gewitterfront eine kalte Dusche beschert, ist noch sehr ungewiss. Jedenfalls kommt es auch dann nicht zu den von der Vegetation so dringend benötigten Regenmengen.

Hintergrund der nun schon fast drei Monate anhaltenden Trockenperiode sind sich immer wieder regenerierende Hochdruckgebiete über West- und Mitteleuropa. In ihrer stabilen Lage blockieren sie die feuchten Atlantikwinde, die sich ihren Weg nach Osten jetzt über Nordskandinavien und das Mittelmeer suchen müssen. Eine grundlegende Umstellung dieser Großwetterlage, ist immer noch nicht in Sicht. Angesichts der großen Trockenheit kommt es zurzeit immer wieder zu kleineren Bränden in der Natur – zum Beispiel gestern Nachmittag, als an der Bahnstrecke bei Bruchtorf die Böschung brannte und von der Feuerwehr gelöscht werden musste.

Im April brachte es die Sonne auf fast 240 Stunden im Kreis Uelzen. Nur 2007 und 2009 war der Monat noch sonniger. Dazu fielen die Niederschläge – wie schon im März – spärlich aus. Verbreitet fielen im Kreisgebiet nur 35 bis 60 Prozent der zu erwartenden Mengen. Hintergrund war das fast völlige Ausbleiben der Nord- und Nordwest-Wetterlagen mit ihren apriltypischen Regen-, Schnee- und Graupelschauern. Stattdessen sorgten subtropische Warmluftmassen am Osterwochenende für den Ausbruch des „Aprilsommers“ und damit das sonnigste und wärmste Osterfest jemals. Mit einem Wärme-Überschuss von 4,5 Grad war der April 2011 hinter dem Rekordhalter 2009 (Abweichung um 4,9 Grad) der zweitwärmste seit Messbeginn im Jahr 1853.

Von Reinhard Zakrzewski

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