Kreis Uelzen setzt stattdessen auf Zusammenarbeit mit Notruf-Einrichtungen in anderen Kreisen

Groß-Leitstelle ist vom Tisch

Uelzen. Wer künftig in Uelzen den Notruf 112 wählt, kann auch in Celle, Gifhorn oder Dannenberg auflaufen. Denn diese drei Landkreise haben sich mit dem Kreis Uelzen zu einem so genannten Leitstellenverbund zusammengeschlossen.

Damit dürfte das vom Niedersächsischen Innenministerium gewünschte Modell einer gemeinsamen Großleitstelle von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten für die östliche Heideregion endgültig vom Tisch sein.

Stattdessen kochen Polizei auf der einen Seite sowie Feuerwehren und Rettungsdienste auf der anderen auch künftig ihre eigenen Süppchen. Die Polizei etwa lässt die 110-Notrufe aus Uelzen, Lüneburg und Lüchow-Dannenberg schon jetzt in einer gemeinsamen Leitstelle in Lüneburg auflaufen. Eine solche Konzentration wird es bei Rettungsdiensten und Feuerwehr nicht geben – Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Gifhorn und Celle behalten ihre eigene Einsatzleitstellen. Allerdings werden diese personell ausgedünnt. Und wenn in einer Leitstelle das Notruf-Aufkommen überdurchschnittlich hoch wird, leitet der Computer künftig die Anrufe automatisch zu einer anderen Verbunds-Leitstelle um.

Der Kreis musste auf die Tendenz der landesweiten Leitstellen-Konzentration reagieren, die hiesige Politik hatte ausdrücklich den Erhalt der eigenen Einsatzleitstelle im Uelzener Kreishaus gewünscht. „Der Auftrag war, Kosten zu sparen – und das werden wir tun“, sagt Erster Kreisrat Uwe Liestmann.

Zunächst aber sind Investitionen in eine einheitliche Technik erforderlich. Für eine Modernisierung und eine entsprechende Software veranschlagen die vier Landkreise knapp 2,7 Millionen Euro. Darin enthalten sein soll auch die Umrüstung in digitalen Sprechfunk.

Eine Investition, die sich lohnt – davon ist man beim Landkreis überzeugt. „Zum einen haben wir weiter ortskundiges Personal hier in der Leitstelle, zum anderen können wir zwischen vier Landkreisen viel flexibler auf Großlagen reagieren, als wenn wir nur eine gemeinsame Leitstelle hätten“, sagt Liestmann.

Derzeit sind 14 Mitarbeiter in der Uelzener Einsatzleitstelle beschäftigt, in der „Endausbaustufe“ erwägt der Landkreis, fünf einzusparen. „Das muss aber letztlich der tatsächliche Betrieb ergeben“, sagt der Erste Kreisrat.

Im Notfall-Alltag kann die neue Konstruktion, die im nächsten Jahr in Betrieb gehen soll, völlig neue Alarmierungswege verursachen.

Meldet etwa jemand über 112 einen schweren Verkehrsunfall in Uelzen und die hiesige Leitstelle ist überlastet, könnte der Notruf in Gifhorn auflaufen. Dort setzt man dann Uelzener Notarzt und Rettungswagen in Marsch und informiert parallel die Lüneburger Polizei-Leitstelle, die ihrerseits die Uelzener Polizeiwache alarmiert...

Von Thomas Mitzlaff

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