„Größtmöglicher Schaden für den Fahrgast“

dib Uelzen. Kurzfristig hat die Lokführergewerkschaft GDL wieder zum Streik aufgerufen. Ab gestern Mittag 14 Uhr bis Donnerstag um 2 Uhr wird der 60-stündige Streik andauern, an dem sich auch die Lokführer der Eisenbahngesellschaft Metronom wieder beteiligen. Die Fahrgäste ab Uelzen müssen erneut mit Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Gestern war vor allem die Strecke von Uelzen Richtung Hannover betroffen.

„Der Streikstart war brenzlig“, betont Metronom-Sprecherin Hannah Kohn. Wenn die GDL vorab den Streik ankündige und frühmorgens beginne, könne Metronom seine Fahrgäste darauf vorbereiten. Da die GDL aber erst kurzfristig ihren Streik angekündigt habe, richte sie „den größtmöglichen Schaden für den Fahrgast“ an, kritisiert sie. „Das war bei den vorangegangenen Streiks noch anders und fahrgastfreundlicher.“ Die meisten Pendler waren bereits mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und auf Zugausfälle nicht eingestellt. Zudem konnte Metronom gestern auch bis nachmittags bekanntgeben, welche Züge trotz des Streiks fahren. Einzelne Züge der Deutschen Bahn können mit den Wochen- oder Monatstickets von Metronom genutzt werden. Dies ist allerdings eine Einzelfallentscheidung der Bahn, erklärt Kohn. Wenn ein IC freigegeben wird, informiere Metronom darüber und über die Nahverkehrszüge während des Streiks online unter www.der-metronom.de.

„Es ist uns ein Rätsel, was wir tun können“, sagt Kohn. Metronom biete an, Elemente aus dem geforderten Bundesrahmenvertrag als Verhandlungsbestandteil aufzunehmen, doch die GDL lasse sich auf Gespräche zum Haustarifvertrag nicht ein. „Wir können sehr wenig tun, solange uns Gespräche verweigert werden.“ Die GDL strebe einen Vertrag für alle Lokführer – aus Nah-, Fern- und Güterverkehr – auf dem Niveau der Deutschen Bahn an. Als Eisenbahngesellschaft für den Nahverkehr habe Metronom kein Mandat, um über solch einen allgemeinen Vertrag zu verhandeln, sagt Kohn.

„Wir haben immer noch kein Angebot von den Bahnen“, hält GDL-Pressesprecherin Gerda Seibert aus Frankfurt dem entgegen. „Natürlich kann man mit uns über Verträge verhandeln.“ Allerdings gehe um den bundeseinheitlichen Vertrag, bestätigt sie. Die Lokführer von Metronom hätten schließlich der GDL das Mandat übertragen. Wenn es nicht zu Verhandlungen zwischen den Parteien kommt, müssen die Fahrgäste auch in den kommenden Wochen mit Streiks rechnen, deutet Seibert an.

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