Groß Liederner Kläger scheitert vor Gericht

Grabstelle nicht auf Ewigkeit

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Um dieses Familiengrab in Groß Liedern ging es gestern beim Prozess.

Uelzen/Lüneburg. Heinrich Meyer ist enttäuscht. Wie einigen anderen Betroffenen war ihm vom Friedhofsverband Uelzen eine Familiengrabstätte gemäß der neuen Friedhofssatzung gekündigt worden.

Daher hoffte Meyer, mit einem alten Dokument, das er im Nachlass seiner Großeltern gefunden hatte, das Grab auf dem Friedhof in Groß Liedern retten können. Doch gestern bestätigte ihm das Lüneburger Verwaltungsgericht, dass der Vertrag über die letzte Ruhestätte „nicht auf Ewigkeit“ fortgilt.

In feinster Sütterlin-Schrift steht auf dem Dokument aus dem Jahr 1918: „Dafür erhält Maschinenbauer Meyer und seine Nachkommen auf dem hiesigen Friedhof ein Familienerbbegräbnis für acht Personen. Dem Maschinenbauer und seinen gesetzlichen und testamentarischen Erben steht das Nutzungsrecht dieses Erbbegräbnisses mit Friedhofsdauer zu.“

Eigentumsrechte habe die Familie damit aber nicht erworben, sagte Regina Minnich, Vorsitzende Richterin am Verwaltungsgericht. „Der Begriff Erbbegräbnis hatte damals eine ganz andere Bedeutung und kann daher heute in jedem Fall begrenzt werden“, berief sich Minnich auf eine obergerichtliche Entscheidung. Das gehe natürlich nicht von heute auf morgen. „Die Ruhefristen müssen eingehalten werden und es muss die Möglichkeit bestehen, das Nutzungsrecht zu verlängern.“

Bevor Heinrich Meyer zum Verwaltungsgericht ging, hatte er die Uelzener Friedhofsverwaltung um Unterstützung ersucht. Immerhin handele es sich um die Grabstelle seines Großvaters, der 1941 Mitbegründer des Deutschen Landmaschinenhandwerks gewesen sei, zudem als erster Reichs- und Bundesinnungsmeister oberster Repräsentant dieses Handwerks. Meyer bat darum, mit dem Grab eine Gedenkstätte zu erhalten. Mit der Gerichtsentscheidung hat er nun noch die Möglichkeit, den Nutzungsvertrag nach Ablauf des noch bis Mai 2018 geltenden Vertrages zu verlängern.

Von Angelika Jansen

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