Niedersächsische Landesforsten statten Stämme im Wald mit modernen „Forst-Trackern“ aus

Mit GPS-Signal auf Jagd nach Holzdieben

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Kontrolle in Streichholzschachtel-Größe: Der „Forst-Tracker“ sendet GPS-Daten an die Förster.

Uelzen/Oerrel. Kleines Gerät, große Wirkung: Die Niedersächsischen Landesforsten setzen bei der Jagd auf Holzdiebe jetzt auf GPS-Sender.

Die moderne Technik in Streichholzschachtel-Größe – der „Forst-Tracker“ – wird an kniffligen Lagerplätzen in Baumstämmen versteckt und meldet regelmäßig den Standort. „Wenn das Holz unberechtigt abgefahren wird, können wir das in Originalzeit sehen und die Polizei kann zugreifen“, beschreibt Reiner Baumgart, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, das Vorgehen.

Nutzen können die Förster die Technik je nach Bedarf – und angesichts der gestapelten Baumstämme in Wäldern und an Wegesrändern haben Sender und Holzdiebe derzeit Hochsaison. Auch im Forstamt Oerrel, zu dem Teile des Landkreises Uelzen zählen, kommen die Sender zum Einsatz – vor allem bei Wertholz, das auf Lagerplätzen auf den Abtransport wartet.

Der Grund für die Maßnahme mit Abschreckfunktion: Im Zuge steigender Energiepreise haben die Langfinger Brenn- und Wertholz für sich entdeckt. Jährlich entsteht den Landesforsten so ein Schaden im hohen fünfstelligen Bereich. „Stammholz und Brennholz wird immer begehrter, daher kommt der Sender bei uns vorbeugend zum Einsatz“, erklärt Peter Wendt vom Forstamt Sellhorn, das neben dem Harz besonders unter illegalen Abtransporten zu leiden hat.

Im Landkreis Uelzen seien die Diebstahlzahlen noch unauffällig – was die Förster allerdings nicht von dem Einsatz der GPS-Technik abhalte, sagt Baumgart. „Teilweise sind Lastwagenladungen verschwunden“, weist der Forst-fachmann auf die Größenordnung der Diebstähle hin.

Zum Verfahren: Wird das Holz abtransportiert, sendet der Tracker eine E-Mail oder eine SMS an den zuständigen Revierförster. Über das Internet kann der Förster die Fahrtroute verfolgen. Landet das Holz nicht dort, wo es vereinbart wurde, wird die Polizei eingeschaltet.

Die Batterie jedes Senders hält etwa ein Jahr. „Sobald sich das Holz bewegt, geht der Sender aus dem Ruhemodus“, beschreibt Baumgart. Privaten Holzfällern rät er übrigens, die Äste nicht zu klein hacken und sie längere Zeit im Wald zu lagern. „Wir verkaufen alles in drei Metern Länge – kleiner sägen wir nichts. Das verführt sonst zu sehr, das eine oder andere Stück mal im Kofferraum oder auf dem Gepäckträger mitzunehmen.“

Von Wiebke Brütt

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