Wort zum Sonntag

Gott – mit Hand und Fuß

Trinitatis ist das Fest des dreieinigen Gottes. Vater, Sohn und Heiliger Geist. Drei Personen, doch ein göttliches Wesen. Das kommt vielen Menschen zu abstrakt und theoretisch daher. Gott eine mathematische Formel, die dann auch noch der Logik widerspricht: 3 = 1?

Da einigt man sich lieber schnell darüber, wenn es denn überhaupt einen Gott gäbe, dann irgendwie und irgendwo. Nichts Genaues weiß man nicht. So bleibt Gott im Allgemeinen, besser im Nirgendwo. Eine Utopie, vielleicht auch nur eine Projektion menschlicher Wünsche und Sehnsüchte. So richtig Hand und Fuß hat das nicht.

Andreas Eisen

Aber Gott ist keine Utopie. Das Ende aller menschlichen Gottesvorstellungen, das Ende allen Geredes von Gott im Allgemeinen ist gekommen, wo Gott selbst zeigt, wer er ist. Gott bleibt nicht im Nirgendwo, sondern ist uns Menschen ganz nahe gekommen. Gott ist Mensch geworden. Er hat Hand und Fuß und einen menschlichen Körper. Das feiern wir Weihnachten mit der Geburt von Jesus Christus. Dieser Jesus verkündet Gott als seinen Vater, der aus Liebe zu den Menschen auf die Welt gekommen ist. Diese Botschaft besiegelt er mit seinem Tod. Der Vater aber lässt seinen Sohn nicht im Tod, sondern hat ihn von den Toten auferweckt. Das feiern wir Ostern.

Der zu Gott erhöhte Jesus Christus sendet den Heiligen Geist, der uns Jesus als Gottes Sohn erkennen läßt. Das haben wir mit dem Pfingstfest gefeiert. Weihnachten, Ostern, Pfingsten – mit diesen drei kirchlichen Festen wird Gott konkret. Kein bloßes Gerede, keine leeren Worte, keine imaginären Gottesbilder. Gott hat Hand und Fuß und zeigt durch Jesus Christus, wer er ist: der dreieinige Gott. Das Trinitatisfest fasst diese konkrete Rede von Gott zusammen: Gott ist dreieinig. Oder er ist nicht Gott, sondern nur die Rede von Gott im Allgemeinen. Der dreieinige Gott aber setzt alles daran, zu den Menschen zu kommen.

Er ist dort zu finden, wo er sich hören lässt: im Wort Gottes, der Bibel, in der Verkündigung der Kirche, in der Gemeinde der Glaubenden. Und wo ein Mensch getauft wird auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes werden Mensch und Gott verbunden. Da wird der Glaube konkret und lebendig. Denn die Trinität, der dreieinige Gott, ist keine Gedankenspielerei, sondern vielmehr ein Glaube, der Hand und Fuß hat, weil er sich zu dem Gott hält, der Mensch geworden ist. Die ganze, lange Trinitatiszeit lädt dazu ein, den dreieinigen Gott immer tiefer und weiter zu erkennen, im Glauben zu wachsen und unter diesem Segen zu leben: „die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch!“

Von Pastor Andreas Eisen

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