Goldmedaille als Nahziel

Der gebürtige Uelzener Yeshe Warnecke träumt von einer Olympia-Teilnahme.

Uelzen - Von Alexander Barklage. „Mir fehlte am Ende ganz einfach das Stehvermögen“, klagte ein erschöpfter Yeshe Warnecke nach seinem Rennen der U19 bei der Uelzener Radsportnacht.

Der gebürtige Uelzener lebt und trainiert seit eineinhalb Jahren in Cottbus und fährt für den dortigen RSC. Allerdings fährt er nicht auf der Straße, sondern in der Halle auf der Bahn. „Ich bin seit zwei Jahren kein Straßenrennen mehr gefahren. Der sechste Platz ist deshalb schon ganz gut. Wichtig war, dass ich bis zum Schluss durchgehalten habe.“ Eigentlich trainiert der 17-Jährige nicht für so eine Art von Belastung. Bei seiner Spezialdisziplin, dem Bahnradsprint, muss er höchstens 1 000 Meter lange Strecken absolvieren. Ihm fehlt es einfach an der nötigen Ausdauer. Beim Bahnradsprint müssen die Fahrer innerhalb von kurzer Zeit einen hohen Kraftaufwand betreiben, anders als beim Straßenrennen, bei dem es darauf ankommt, über einen möglichst langen Zeitraum die Kraftausdauer zu behalten. Die Streckenführung in Uelzen war für Warnecke ideal. „Zum Glück war die Runde nicht sehr wellig oder hügelig, sondern flach. Wären noch einige Steigungen auf der Strecke gewesen, dann wäre es für mich noch anstrengender geworden.“

Nur alle zwei Monate ist Warnecke am Wochenende bei seiner Familie. Im Moment arbeitet er in Cottbus an seinem großen Ziel – dem Gewinn der deutschen Meisterschaft bei der U19-Altersklasse im Sprint. Sein großes Selbstvertrauen beruht auf den guten Leistungen der letzten Monate, zudem findet die Deutsche Meisterschaft Mitte Juli auf seiner Heimbahn in Cottbus statt. Wenn alles optimal läuft, dann kann der Wahl-Cottbuser sogar noch auf den WM-Zug aufspringen. Aktuell wäre Warnecke nur als Ersatzmann dabei. Erzielt er bei den Deutschen Meisterschaften jedoch positive Ergebnisse, dann ist mehr als die Reservistenrolle für den jungen Bahnradfahrer drin.

Warnecke hat erst spät mit dem Radsport angefangen – er war 14. Doch umso schneller entwickelte sich der heute fast 18-Jährige zu einem sehr großen Talent, das erkannten auch die Trainer seines Cottbuser Klubs. Warnecke: „Meine Entwicklung ist noch lange nicht am Ende, sagen meine Trainer. Kurzfristiges Ziel ist der Gewinn der U19-Meisterschaft im Sprint. Aber mein großer Traum ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen – spätestens in Rio de Janeiro 2016.“

Kommentare