Auszeichnung im Stadtrat: Ehrennadeln für Seniorenarbeit, Suchtberatung und Stadtarchiv

Gold für die guten Seelen

dib Uelzen. Sie setzen sich für Uelzens Senioren, für die Historie der Uhlenköperstadt, für die Suchtberatung, den Weißen Ring und Hauptschüler ein: Sechs Bürger wurden gestern Abend von der Stadt Uelzen mit der Ehrennadel ausgezeichnet.

• Ellen Henke, Suchtberatung:

Seit über 39 Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich und gehört vielen Organisationen und Verbänden an. Seit 1974 ist Ellen Henke Schatzmeisterin und Suchtkrankenhelferin in der Guttemplergemeinschaft Uelzen, im Folgejahr gründete sie einen Alkoholikergesprächskreis und leitet diesen bis heute. Die Geehrte ist Mitglied und Schriftführerin beim Sozialverband Deutschland-Ortsverband Uelzen und beim Arbeiterwohlfahrt-Kreisverbandsvorstand, gehört dem Kirchenvorstand St.-Marien an, ist Schriftführerin im Vorstand des IG-BAU-Vorstandes Ortsverband Uelzen und Revisorin beim Mieterverein Uelzen und Umgebung. Von 1976 bis 2000 war Henke zudem als ehrenamtliche Richterin am Arbeitsgericht Lüneburg tätig.

• Helene Güse, Seniorenarbeit: Helene Güse ist seit vielen Jahren ehrenamtlich zum Wohle der Bürger tätig. Seit 1994 ist sie Schriftführerin des Vorstandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreisverband als auch im Ortsverein Uelzen. In beiden Organisationen nimmt sie viele weitere Tätigkeiten wahr: Sie vertritt die AWO beispielsweise in der Kreisarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege oder gestaltet die Vereinszeitung mit. Seit 1999 ist die Geehrte Vorstandsmitglied des Seniorenbeirates der Stadt Uelzen.

Sie ist Ansprechpartnerin für das Treffen der Tagesstätten in Uelzen, wirkt beim „Tag der älteren Generation“, bei Kino- und Büchereinachmittagen, beim Alt-Uelzen-Treffen sowie bei Exkursionen mit. Güse schreibt die Artikel für die Seniorenseite der AZ, arbeitete am Seniorenwegweiser und Broschüren zur Seniorenarbeit mit. Sie begleitet aktiv den Generationskontakt mit Schüler und Lehrern der Lucas-Backmeister-Schule und ist Sicherheitsberaterin für Senioren in der Präventionsarbeit mit der Polizei Uelzen.

• Renate Barthel, Seniorenarbeit:

„Sie ist immer unterwegs, sei es in Uelzens Innenstadt, im Rathaus oder auf Reisen“, sagen ihre Mitstreiter. Renate Barthels besonderes Anliegen ist, allein stehende und vereinsamte ältere Menschen zu erreichen und ihnen schöne Gemeinschaftserlebnisse zu ermöglichen. Als Angebot der Familienbildungsstätte hat Renate Barthel 1997 damit begonnen, einmal im Monat Tagestouren für Senioren zu organisieren. Ihre Reisen führten nach Hamburg, Dresden, Potsdam oder zum Dreiländerdreieck um Zittau, Görlitz und Bauzen sowie nach Helgoland.

Die Geehrte ist seit 1998 Mitglied und seit 2005 Vorsitzende im Seniorenbeirat in der Stadt Uelzen. Sie setzt sich für alle Belange der Senioren ein und hat Themen wie Mehrgenerationenspielplatz, generationengerechtes Einkaufen und die Barrierefreiheit begleitet. Sie hat persönlich dafür gesorgt, dass die Beschilderung im Rathaus verbessert wurde und in den Toiletten Haltegriffe montiert wurden.

• Roland Kaltofen, Weißer Ring:

Von 1987 bis März 2011 war Roland Kaltofen Leiter der Außenstelle des Weißen Rings in Uelzen. In den ersten zwei Jahren seiner Tätigkeit betreute er zudem die Außenstelle Lüchow-Dannenberg. Kaltofen bot zahlreichen Kriminalitätsopfern und ihren Familien menschlichen Beistand und persönliche Betreuung. Seine Kompetenz und sein Einfühlungsvermögen in der Opferarbeit waren für die von ihm begleiteten Menschen von unschätzbarem Wert.

Für seinen langjährigen und hohen persönlichen Einsatz als ehrenamtlicher Mitarbeiter erhielt Kaltofen im Jahr 2007 eine Dank- und Anerkennungsurkunde des Bundesvorsitzenden des Weißer Ring.

Neben der Opferarbeit nutzte er sein Wissen und seine Erfahrung und präsentierte den Weißen Ring erfolgreich in der Öffentlichkeit. Zudem fungierte er über viele Jahre in der bundesweiten Vereinsarbeit als Delegierter.

• Dr. Reimer Egge, Stadtarchiv:

Dr. Reimer Egge ist bereits seit 2005 aus dem aktiven Dienst der Stadt Uelzen ausgeschieden. Seitdem nimmt er seine Tätigkeit im Stadtarchiv als Ehrenbeamter wahr. Er tritt noch immer seinen Dienst früh um 7 Uhr an und kümmert sich um alle Belange des Archivs.

Reimer Egge hat sich besonders um die Auseinandersetzung mit der jüngeren Uelzener Geschichte verdient gemacht. Mit der ihm eigenen Akribie begann sein diesbezügliches Wirken mit dem Buch „Vom Stresemann zum Braunhemd“, es beleuchtete die Zeit von 1918 bis 1948. Das abschließende Werk im Zyklus erschien im Jahre 2011 unter dem Titel „Zum Umgang mit der Deutschen Einheit und Demokratie“ und befasst sich mit der Zeit von 1999 bis 2010. Dazwischen liegen drei weitere Bücher, in denen die übrige Uelzener Geschichte dokumentiert wurde: „Der Unrechtsstaat der Nationalsozialisten: Uelzen 1933 bis 1945“, „Wenn auch manches noch der Verbesserung bedarf“ (1956 bis 1972) und „Stadtentwicklung und Lebensqualität“ (1973 bis 2000).

• Marcus Wendt, Förderung von Jugendlichen an Hauptschulen:

Mit seinen „Elektrotechnik-Kursen für zukünftige Auszubildende“ hat sich Marcus Wendt Verdienste um Uelzener Hauptschüler erworben – und auch um solche in Ebstorf und Rosche. Seit 2006 bietet er Kurse an, die aus 14 Abenden bestehen. Den Abschluss bildet ein gemeinsam hergestelltes elektrotechnisches Werkstück, das auch funktioniert. Defizite von Hauptschülern abbauen, ihre Stärken herausarbeiten, um sie für eine Ausbildung zu interessieren und gleichzeitig für den Ausbildungsmarkt attraktiv zu machen - das sind die Anliegen von Wendt. Selbst wenn die Kurse inzwischen durch die Agentur für Arbeit und den Landkreis Uelzen finanziert werden, wird damit nicht das zusätzliche freiwillige Engagement von Marcus Wendt aufgewogen. Er bietet seinen Schülern Betriebsführungen, nimmt selbst Urlaub dafür und steht seinen Schützlingen auch neben dem Kurs mit Rat und Tat zur Seite.

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