Anglasen im Hafen: Yachtclub Uelzen eröffnet die Saison

Glocke statt Flagge

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Saisoneröffnung: „Schatzi” Schatzmeister Armin Reinhold beim Anglasen im Yachthafen.

aja Uelzen. „Die Bootsportsaison ist nun eröffnet“, ruft Dieter Müller, Vorsitzender des Yachtclub Uelzen, durch sein Mikrophon laut und vernehmlich, dass es bis in die letzte Ecke des Sportboothafens ertönt.

Ganz entgegen sonstiger Gepflogenheit, sind in diesem Jahr nur ein Teil der Boote zu Wasser gelassen. Andere liegen noch auf dem Trockenen, weil der lange Winter nicht ausreichend Zeit für eine sorgfältige Vorbereitungen ließ. „Wir sind noch nicht dazu gekommen, das Anti-Fouling-Mittel aufzubringen“, heißt es unter einigen enttäuschten Bootsfahrern am Ufer, die auf das „Anfahren“ mit dem eigenen Boot verzichten müssen.

Und auch die Marinekameradschaft, die sonst jedes Jahr die Flaggenparade übernimmt, fällt dieses Jahr aus: „Krankheitsbedingt“, so der Vorstand des Yachtclubs. Ersatzweise durfte „Schatzi“, wie Schatzmeister Armin Reinhold vom Vorsitzenden scherzhaft genannt wird, das Anglasen übernehmen. Mit der Schiffsglocke wurde früher auf dem Schiff die Uhrzeit kundgetan, erzählt der Vorsitzende, bevor es losgeht. Jede halbe Stunde schlug die Glocke einmal an und beim Wachwechsel gab es vier Doppelschläge.

Armin Reinhold nimmt den aus Leinen geflochteten Handgriff und schlägt den Klöppel an die Wand der aus Messing gegossenen Glocke. Nach sieben Schlägen mit der Schiffsglocke – drei Doppelschlägen und einem einzelnen – gilt die Saison als eröffnet. Bürgermeister Otto Lukat und der stellvertretende Landrat Jürgen Peter Hallier wünschen die obligatorische Handbreite Wasser unterm Kiel, bevor die Bootsfahrer sich auf die Schiffe begeben, um den Elbeseiten-Kanal hinaufzuschippern.

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