Glitschige Rüssel und Seelöwen-Küsse

Joke Eilers hatte am Sonnabend das große Los gezogen: Erlebnis-Tour im Zirkus Krone gewonnen, Elefanten gefüttert, einem Seelöwen die Hand geschüttelt und am Abend ging es noch mit Papa nach Wolfsburg zum Spiel Deutschland gegen Japan. Foto: Köhler-Götze

Uelzen. „Durch diesen Eingang kommen sonst nur die Artisten in das Zirkuszelt“, erklärt Susanne Matzenau den Kindern, die bei der AZ eine persönliche Führung durch den Zirkus Krone gewonnen haben. Und dann dürfen sie auch noch beim Tiertraining zuschauen, das sonst auch nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.

Die Jungs nehmen zur Kenntnis, dass da gerade ein Pferd seine Runden in der Manege dreht, die Mädchen wissen natürlich genau, um was für eine Rasse es sich handelt und würden das Tier am liebsten mit nach Hause nehmen. Noch lieber als die Ponys, die fast wie eine Miniaturausgabe von Pippi Langstrumpfs Pferd „Kleiner Onkel“ aussehen.

Die Löwen draußen räkeln sich in der Sonne, fast wie Hauskatzen, „aber täuscht euch nicht“, mahnt Matzenau, „die können einer Antilope mit einem einzigen Prankenhieb das Genick brechen.“ Die 25 Kilo schweren Gummikugeln liegen nicht ohne Grund im Löwengehege. „Die können sie mit Leichtigkeit mit dem Reißzahn packen und durch die Luft schleudern.“

Nur scheinbar sind da die Elefanten die ungefährlicheren Zeitgenossen, aber als die zehnjährige Jennifer Ploog aus Uelzen dann vor dem indischen Elefantenbullen Colonel Joe mit seinen 6,8 Tonnen Gewicht und einer Höhe von 3,50 Metern steht, „da hatte ich schon Respekt“, bekennt sie. Elefantendame Mala ist nur halb so schwer, dafür aber um so neugieriger. Beim neunjährigen Joke Eilers muss sie genau beschnüffeln, aus welcher Herde der wohl kommen mag. „Der Rüssel ist vorne total glitschig“, weiß Joke jetzt und guckt ein wenig bekümmert auf seine vollgeschmadderte Hose. Und die Haare der Elefanten „sind ganz hart, viel stacheliger als der Bart von meinem Papa“.

Eindeutig das Highlight der Privat-Führung waren für die Kinder die verspielten Seelöwen. „Die Menschen denken immer, die würden mit einem Ball auf der Nase geboren“, scherzt ihr Trainer Roland Duss, „aber das ist natürlich Quatsch“.

Die Kinder haben dank Duss jetzt eine Vorstellung davon, wie viel Geduld es braucht, bis die eleganten Tiere die Kunststücke beherrschen – und wie viel Fisch. „Bei denen geht es immer nur ums Fressen. Kein Fisch – keine Kunststücke.“ Für Jungs sind die Raubtiere besonders gefährlich: Sie verteilen gerne Küsschen und das gefällt nicht jedem...

Von Jürgen Köhler-Götze

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