In Lüneburg beginnt im Februar Prozess gegen Russen-Mafia

Glaswand schützt Gericht

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Im Landgericht gibt es besondere Sicherheitsvorkehrungen.

stk Lüneburg. Er nannte sich der „Dieb im Gesetz“, der mutmaßliche Kopf einer russisch-eurasischen Mafia, die ihre dunklen Geschäfte im Bereich Hannover betrieb.

Vor dem Landgericht Lüneburg wird dem 61-Jährigen und weiteren fünf Angeklagten wegen Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung sowie gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs ab 5. Februar der Prozess gemacht. Die Verhandlung steht unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Unter anderem wird eine schusssichere Glaswand zwischen Zuhörerplätzen und Gericht aufgestellt. Für die Personenkontrollen wird ein gesonderter Zugang eingerichtet.

Nicht ohne Grund. Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft den Männern russischer, kasachischer, armenischer, tschechischer, türkischer und deutscher Staatsangehörigkeit zahlreiche Erpressungs- und Betrugsstraftaten vor. Zwei von ihnen sollen laut Landgericht als „Statthalter“ oder „Aufseher“ die von anderen Straftätern zu zahlenden Beuteanteile verwaltet und notfalls mit Gewalt eingetrieben haben. Auslöser der Ermittlungen war 2008 eine bandeninterne Schießerei am Maschsee in Hannover.

Die Handschellen klickten im Mai und Juli bei einer bundesweiten Durchsuchung. Zwei Männer wurden im Juni und Juli in Tschechien und Griechenland verhaftet. Den Angeklagten im Alter zwischen 34 und 61 Jahren werden 15 Straftaten von 2009 bis 2014 vorgeworfen. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ist die Bande Teil eines europaweiten Netzes mit dem Namen „Diebe im Gesetz“.

Vier der Angeklagten sollen eine lukrative Briefkastenfirma aufgebaut haben. Für diese sollen sie hochwertige Fahrzeuge und Maschinen geleast haben, die sie gewinnbringend weiterverkauft hätten. Schaden: 450 000 Euro.

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