Uelzener Rocker-Vater und Sohn vor Gericht: Staatsanwalt fordert drei Jahre Haft

Gewalt mit Knüppel und Schwert

Am Freitag wird im Landgericht Lüneburg voraussichtlich das Urteil gesprochen. Foto: Archiv

az Uelzen. Damit haben die beiden Angeklagten – Vater und Sohn – nicht gerechnet: Der Staatsanwalt forderte gestern im Landgericht Lüneburg im Strafprozess gegen zwei Uelzener, die wegen einer Reihe von Körperverletzungen angeklagt sind, drei Jahre Freiheitsstrafe für den Vater sowie zwei Jahre und fünf Monate für den Sohn.

Gemeinschaftliche räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung in mehreren Fällen warf die Anklage den beiden Männern vor. Der 49 Jahre alte Vater ist ehemaliges Mitglied des Uelzener Motorradclubs „Red Devils“. Bis auf zwei Taten aus der 16 Punkte umfassenden Anklage, die noch kurz vor Ende der Beweisaufnahme eingestellt worden waren, sieht die Staatsanwaltschaft alle Vorwürfe als erwiesen an. „Auch wenn die Geschädigten durch die Bank weg kein Interesse mehr an einer Verurteilung ihrer Peiniger hatten und sich zum Teil aus Angst vor Rache der Angeklagten nur zurückhaltend zu den verschiedenen Vorfällen und strafbaren Handlungen äußerten“, so der Staatsanwalt, gibt es für ihn keinen Zweifel an der Schuld der beiden Männer. Die beiden schlugen „durch ihr massives, erschreckendes Auftreten“ in den vergangenen 20 Monaten eine Schneise der Gewalt durch Uelzen, um ihre Interessen durchzusetzen.

Wenn der Vater – bis vergangenes Jahr noch Mitglied bei den als Unterstützer der Hells Angels geltenden Red Devils – den Kontakt zwischen einer jungen Frau aus dem näheren Umfeld und deren Freund unterbinden wollte und wenn der 23-jährige Sohn vermeintlich eine Forderung von sieben Euro aus einem Drogengeschäft einzutreiben hatte, traten sie gemeinsam auf, um ihre Rivalen unter Druck zu setzen. Bewaffnet mit Knüppeln, Baseballschlägern oder in einem Fall sogar mit einem über einen Meter langen, „sehr scharfen“ Schwert bedrohten sie ihre Opfer und verletzten sie sogar. „Auch wenn die Taten überwiegend im entfernten Verwandten- oder im näheren Bekanntenkreis begangen wurden, kann das nicht milder bestraft werden.“

Indessen plädierten die beiden Verteidiger Rüdiger Proest und Volker König dafür, den Angeklagten mit einer Bewährungsstrafe noch eine Chance zu geben. „Mein Mandant ist kein Gewalttäter“, versicherte König, der den 49-Jährigen vertritt. Unter seinen Vorstrafen fänden sich keine einschlägigen Delikte, sondern nur Betrügereien. Der Jüngere, vertreten von Proest, solle sich als junger Vater eines bald zweijährigen Sohnes mit einer neuen Verantwortung ohne Drogen und Alkohol bewähren. Inzwischen hat sich die Kammer bis Freitagmorgen zur Beratung zurückgezogen. Dann wird voraussichtlich das Urteil gesprochen.

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