Gesund am Arbeitsplatz

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Uelzen. Wenn die Mitarbeiter überlastet sind, hat es Auswirkungen auf den gesamten Betrieb. „Ein hohes Durchschnittsalter der Beschäftigten, eine ständig herauf gesetzte Grenze des Rentenalters und der erhebliche Mangel an Fachkräften stellen alle Unternehmen vor große Herausforderungen.“

Geschäftsführer Kurt Spannig von der Psychiatrischen Klinik Uelzen möchte vorbeugen und hat ein Projekt gestartet, mit dem die Gesundheit der Mitarbeiter individuell gefördert werden soll.

Kurt Spanning

„Uns ist bewusst, dass unsere Beschäftigten besonderen Belastungssituationen ausgesetzt sind“, erläutert auch Personalleiter Kai Richter, „und gleichzeitig sehen wir in unserer Klinik, wie sehr die psychischen Krankheiten von Beschäftigten permanent zunehmen, so dass diese oft am Ende gar nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können.“ Dabei orientiert sich die Psychiatrische Klinik an Studien, die belegen, dass sich ein Burn-out bereits etwa acht Jahre vor der endgültigen Diagnose anbahne. „Deshalb ist es wichtig, Überlastung rechtzeitig zu identifizieren und entsprechend gegenzusteuern“, berichtet Spannig.

Für das Projekt werden die Leistungsmöglichkeiten und optimalen Arbeitsbedingungen untersucht und Personalentwicklungskonzepte für ein verbessertes Führungsverhalten entwickelt. Die Psychiatrische Klinik Uelzen führt es mit ihren Einrichtungen in den Kreisen Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Lüneburg sowie mit dem Bildungswerk Verdi durch. Die EU bezuschusst das Projekt zum großen Teil; die Höhe der Kosten ist davon abhängig, wie sich die Analysen entwickeln, sagt Richter.

Die erste Etappe beginnt in den nächsten zwei Wochen. Der Betriebsrat, der Projektträger und die Geschäftsleitung haben gemeinsam einen Plan entwickelt. So werden zunächst die einzelnen Arbeitsplätze in der Klinik analysiert. Das bedeutet, dass externe Psychologen die Klinikangestellten bei der Arbeit beobachten, zum Beispiel bei Patientengesprächen, Besprechungen oder bei Außeneinsätzen, und sie führen Interviews mit den Mitarbeitern.

Anschließend sollen individuell Qualifizierungs- und Beratungsmöglichkeiten angeboten werden, sodass die Beschäftigten den Anforderungen ihrer Arbeit gerecht werden können, kündigt Projektleiterin Anja Kramer an, Mitarbeiterin beim Bildungswerk Verdi. Zusätzlich werden Fachreferenten über bestimmte Themen informieren, zum Beispiel über den Umgang mit Borderline-Patienten. „Seinen Aufgaben gewachsen zu sein, kann nur gelingen, wenn man auch fachlich gut gerüstet ist“, fügt Gerlind Kothe, Pflegedienstleiterin der Klinik, hinzu.

Von Diane Baatani

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