Gescheitertes ÖPNV-Konzept: 40 000 Euro an RBB / Kreis verlangt Nachweise

Vergeudetes Geld?

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Sie touren noch im gleichen Takt: Die Busse im Landkreis. Ein neuer Fahrplan kommt erstmal nicht, kostete aber 40 000 Euro.

Uelzen/Landkreis. Das gescheiterte ÖPNV-Konzept hat viel Zeit gekostet – wie Kreispolitiker kritisieren –, jetzt ist auch klar, wie viel Geld für das neue Liniennetz ausgegeben wurde, das nun nicht umgesetzt wird:

Für die geplante Optimierung des Liniennetzes wurden per Beschluss der Kreispolitik der Regionalbus Braunschweig GmbH 60 000 Euro zur Verfügung, damit das Unternehmen die Kosten des neuen Fahrplans berechnen und auch das entworfene Konzept umsetzen kann. 40 000 Euro davon hat die RBB nach Angaben der Kreisverwaltung bislang in Anspruch genommen.

Wie berichtet, hatten die Berechnungen der RBB ergeben, dass die Umsetzung des Konzeptes 1,2 Millionen Euro zusätzlich zu den bereits vorhandenen Kosten bedeuten würde. Angesichts dieser Zahlen hatte der Landrat die Notbremse in Sachen ÖPNV gezogen – das Ergebnis nach drei Jahren Beratungen und dem Einsatz von 40 000 Euro: Ein neuer Fahrplan kommt vorerst nicht. Dennoch will der Landkreis den gezahlten Betrag nicht als verlorenes Geld ansehen, wie gestern der Dezernent Lothar Heinisch gegenüber der AZ erklärte. Auch wenn das Konzept nun in dieser Form erst einmal nicht komme, könnten einzelne Elemente davon in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Vorstellbar sei auch, einen neuen Anlauf für das Konzept zu nehmen, wenn 2016 bei der öffentlichen Ausschreibung des ÖPNV ein Busunternehmen für den Kreis gesucht werde. „Mit der Arbeit der vergangenen Monate wissen wir, was wie viel kostet“, sagte Heinisch. Die Ergebnisse seien eine Arbeitsgrundlage. Ist dem aber so? Die Verkehrsgesellschaft Nordost-Niedersachsen (VNO), die das ÖPNV-Konzept entwarf, meldet Zweifel an. Gegenüber der AZ heißt es zu den Berechnungen der RBB: Die vorgelegten Zahlen seien „nicht nachvollziehbar“. Zudem seien sie trotz entsprechender Forderungen nach einer Kostenermittlung nur zögerlich vorgelegt worden. Die RBB wollte sich gestern auf Nachfrage zu den Einlassungen der VNO nicht näher äußern. Man habe sich bereits in Stellungnahmen erklärt, mehr dazu gebe es nicht zu sagen. Das Unternehmen hatte bedauert, die Wünsche des Landkreises nicht umsetzen zu können. Seinerzeit sagte Alexander Möller, Sprecher der Geschäftsführung, die RBB fahre schon jetzt monatlich Verluste ein.

Gegenüber dem Kreis hat die RBB sich jedoch noch näher zu erklären. Die Kreisverwaltung will vom Busunternehmen Auskunft, wofür die abgerufenen 40 000 Euro genau benötigt wurden. Entsprechende Kostennachweise seien vorzulegen, so der Kreis.

Von Norman Reuter

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