Verantwortliche stimmen Aktionen gegen Eichenprozessionsspinner ab

Gemeinsam gegen Raupen

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Vor allem seine feinen Härchen, die Brennhaare, können Auslöser starker Allergien und von Atemnot sein – über den Landkreis hinaus wird deshalb über eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nachgedacht.

Uelzen/Landkreis. Die Grünen im Niedersächsischen Landtag fordern sie, die SPD im Landkreis Uelzen spricht sich dafür aus, und auch Uelzens Erster Kreisrat Uwe Liestmann kann einer konzertierten Aktion gegen den Eichenprozessionsspinner durchaus etwas abgewinnen.

„Es ist wirkungsvoller, wenn man auf größerer Ebene Maßnahmen ergreift, als nur punktuell zu agieren“, sagt er. Denn auch im Landkreis Uelzen haben sich die Raupen, wie berichtet, bereits merklich breit gemacht.

Die feinen Härchen der Eichenprozessionsspinner können bei Mensch und Tier starke allergische Reaktionen auslösen und sich über Jahre hinweg in der Umwelt halten. Vornehmlich in Eichenbeständen zu Hause, sorgen die Nachtfalterraupen deshalb dafür, dass in mehreren Gebieten des Landkreises vor dem Betreten gewarnt wird. Damit nicht jede Kommune allein vor dem Problem steht, gab es bereits in Lüneburg ein Gespräch, in dem mögliche koordinierte Bekämpfungsaktionen besprochen wurden, ergänzt Liestmann.

„Es ist gut“, sagt Uelzens Erster Kreisrat, „wenn man jetzt das weitere Vorgehen abstimmt, denn im April ist der wirkungsvollste Bekämpfungszeitraum.“ Das Abbrennen der Raupennester, wie es auch im Landkreis Uelzen in den vergangenen Wochen durchgeführt wurde, sei weniger wirkungsvoll als beispielsweise das Absaugen der Tiere. Bei einem Abstimmungsgespräch im Rahmen des Niedersächsischen Landkreis-Tages im September will man die Bekämpfung der sich – wohl durch den Klimawandel – ausbreitenden Raupen Uwe Liestmann zufolge näher erörtern. Er begrüße es, wenn das Land in dieses Thema eingebunden werde. Denn selbst im Bundestag sorgten die Eichenprozessionsspinner bereits für Diskussionen. Die SPD-Fraktion hatte eine Anfrage im Hinblick auf eine Schädigung der Waldbestände gestellt. Großflächige Veränderungen seien zwar nicht zu erwarten, heißt es in der Antwort, bei einem Auftreten der Tiere über mehrere Jahre müsse man allerdings mit einer Zunahme von absterbenden Baumbeständen rechnen.

Vor Aktionismus warnt der Roscher Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann: In Südeuropa, wo der Eichenprozessionsspinner verbreitet ist, hätten die Menschen gelernt, mit dem Tier zu leben – daran solle man sich ein Beispiel nehmen. Erfolge in der Bekämpfung – ob durch Feuer oder Absaugen – blieben punktuell und Augenwischerei. Man solle sich auf Wichtigeres besinnen: „Zecken sind viel gefährlicher“.

Von Ines Bräutigam und Kai Hasse

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