Gegessen wird immer

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Neugierig auf den Fotografen ist diese Milchkuh: Die weltweit führende Nutztier-Messe Eurotier zeigt noch bis zum heutigen Freitag in Hannover Neuheiten aus der Tierzucht und Bioenergie-Branche.

Uelzen/Hannover - Von Diane Baatani. Die Arbeitsplätze in der Landwirtschaft sind sicher, sagt die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen. „Ich bin davon überzeugt, denn gegessen wird immer“, erklärt sie beim gestrigen Arbeitnehmertag der Landwirtschaftskammer am Rande der Messe Eurotier in Hannover. Die landwirtschaftlichen Betriebe hätten gute Chancen, wenn sie bestimmte Bedingungen erfüllen: Sie müssen innovativ sein und mit dem technologischen Fortschritt mithalten. Und sie müssen sich überlegen, ob es Sinn macht, sich mit anderen Betrieben zusammenzuschließen.

Julia Dorau und Marius Zapf aus Uelzen begeistern sich für die Branche. Die angehenden Landwirte nehmen mit ihrer Klasse von der Georgsanstalt in Ebstorf an dem Arbeitnehmertag in Hannover teil. Ihre Zukunft malen sie sich sehr unterschiedlich aus, aber nur auf die Lehre möchten sie sich beide nicht verlassen. „Mir macht die Arbeit auch Spaß, aber ich stelle mir eigentlich vor, nicht als Landwirtin weiterzumachen“, sagt Dorau. Sie möchte nach der Ausbildung ein Studium anschließen und lieber im Verwaltungs- oder Management für Landwirtschaft landen. Zapf hingegen möchte „eher draußen anpacken, nicht so liebend gern im Büro“, dennoch versucht er, sich breiter aufzustellen. „Ich hätte schon eine Stelle in Aussicht, aber ich werde wahrscheinlich studieren und meinen Meister machen.“

Für die Zukunftsfähigkeit eines Agrarbetriebs haben sie ziemlich genaue Vorstellungen. Man muss mindestens 120 Hektar bewirtschaften und gut funktionieren, damit man einen finanziellen Ausgleich hat und Gewinn machen kann, sonst bleibt man auf der Strecke, erklärt der Uelzener Auszubildende. Dorau arbeitet in einem Ackerbaubetrieb im Landkreis, der viel in Technik investiert, schildert sie. „Da sehe ich, dass es sehr gut bei ihm läuft. Klar braucht man auch viel Fläche, damit sich das rentiert.“

Deshalb haben die beiden aus dem zweiten Lehrjahr für Kritik an landwirtschaftlichen Großbetrieben nicht viel übrig. Wenn etwa eine große Schweinemastanlage weit außerhalb einer Wohngegend gebaut wird, sei dagegen nichts einzuwenden, betont die Klassensprecherin. Da könne man auch nicht auf nicht familieneigene Arbeitskräfte verzichten. „Das Wichtigste ist, dass man gut miteinander auskommt und dass jeder anpackt.“ Ganz unerheblich ist aber für ihre eigene Perspektive auch die Bezahlung nicht, Freude an der Arbeit müsse genauso stimmen wie das Gehalt. „Der Monatslohn ist ein Ansporn, die Arbeit vernünftig zu machen“ – auch wenn die Witterung es ihnen nicht leicht macht, sind sie sich einig.

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