Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst eröffnet / „Die Brücke“ beantragt Finanzierung für 2013

Gegen Angst und Depressionen

Kurt Spannig (links) vom Verein „Die Brücke“ und Rolf Sauer von der Psychiatrischen Klinik Lüneburg unterzeichneten gestern den Kooperationsvertrag für den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst. Fotos: Ph. Schulze

Uelzen. Für eine Therapie von Kindern und Jugendlichen reichen die finanziellen Mittel nicht aus. Aber eine Beratung der jungen Menschen ohne Wartezeit und eine Vermittlung an bestehende Einrichtungen ist neuerdings möglich.

Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst für Stadt und Landkreis Uelzen an der Brauerstraße wurde gestern eröffnet. Die Anlaufstelle für Personen unter 18 Jahren, deren Familien und Menschen aus ihrem sozialen Umfeld wird in Kooperation des Vereins „Die Brücke e. V. “ und der versorgungspflichtigen Psychiatrischen Klinik Lüneburg geführt.

Petra Andreas-Siller

Ab sofort werden dort nach Terminabsprache Klienten bei psychischen Auffälligkeiten und Erkrankungen, Verhaltensstörungen, Ängsten, Depressionen und anderen emotionalen Störungen, Lern- und Verhaltensauffälligkeiten in der Schule, bei akuten Belastungen sowie in Krisen- und Konfliktsituationen begleitet und unterstützt. Die Mitarbeiter können gegebenenfalls auch Kinder und Jugendliche außerhalb der Räumlichkeiten aufsuchen. Finanziert wird die Arbeit des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes vom Landkreis Uelzen, der eine Summe von 24 000 Euro dafür bis zum Jahresende bereitstellt. „Für den Part 2012 reicht es sicherlich“, erklärt Kurt Spannig, Geschäftsführer des Vereins „Die Brücke“. „Ein Antrag auf Verlängerung der Finanzierung für das Jahr 2013 wurde jedoch gestellt.“ Mit Rolf Sauer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, stimmt er überein, dass in diesem Rahmen keine volle Therapie-Arbeit geleistet werden kann. Man müsse unterscheiden zwischen der beratenden und begleitenden Tätigkeit in diesem Dienst und der Klinik. „Wir sind darauf bedacht, dass wir hier keine Überschneidungen haben“, sagt Sauer.

Hauptziel des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes sei die Vermittlung geeigneter Hilfen, die im Landkreis Uelzen angeboten werden, zum Beispiel durch Erziehungsberatungsstellen, Sucht- und Drogenberatungsstellen, Kliniken, Ärzten, Psychologen, Therapeuten, Einrichtungen mit speziellem Betreuungsangebot und gegebenenfalls dem Jugend- und dem Sozialamt. Der neue Dienst koordiniert dabei auch die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen.

Hanna Schmidt-Worbs

Der Verein „Die Brücke“ verantwortet diesen Jugendpsychiatrischen Dienst. Fachlich getragen wird er aber von einer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin, Petra Andreas-Siller, die von der Psychiatrischen Klinik Lüneburg dafür beauftragt wurde. Für die dortige Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie ist sie bereits seit Jahren tätig. An der Brauerstraße wird sie drei Stunden pro Woche aktiv sein. Mit jeweils acht Stunden pro Woche erhält Andreas-Siller Unterstützung durch zwei Sozialpädagoginnen des Vereins, Melanie Collier und Hanna Schmidt-Worbs, sowie Hilfe von einer Verwaltungskraft. Die Sozialpädagoginnen nehmen der Therapeutin die ersten Vorgespräche ab und vermitteln Kinder und Jugendliche bereits weiter, wenn es möglich ist. Die beiden Geschäftsführer und Christian Kienbaum, Projektkoordinator der „Brücke“, gehen davon aus, dass sich mit dieser Beratungssstelle die Versorgung psychisch auffälliger Kinder und Jugendlicher im Landkreis Uelzen weiter verbessern werde. Um sich ein Bild vom wirklichen Bedarf und dem Ergebnis dieses Dienstes machen zu können, reichen aber voraussichtlich die wenigen Monate bis Ende Dezember nicht aus. Daher hoffen sie auf Fortsetzung dieser Anlaufstelle.

Ende Mai hatte der Kreisausschuss des Landkreises endgültig die Finanzierung des Dienstes zunächst nur für das Jahr 2012 beschlossen (AZ berichtete), der offizielle Bewilligungsbescheid des Landkreises folgte einen Monat später.

Der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst ist unter Telefon (05 81) 38 95 27 zu erreichen, Termine werden nach telefonischer Vereinbarung individuell vergeben.

Von Diane Baatani

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