Volkstrauertag in Uelzen: Alt und Jung erinnern an Opfer der Kriege

Gedenken an Gefallene

Lebendige Geschichte: Eine Schulklasse des Herzog-Ernst-Gymnasiums besuchte die Kriegsgräberstätten. Fotos: Jansen

Uelzen. „Wer konnte das Leid zulassen?“ Solche Fragen stellen sich heute junge Menschen, wie die Schüler des Herzog-Ernst-Gymnasiums, wenn sie mit ihrer Schulklasse die Kriegsgräberstätten besuchen.

Bei der zentralen Veranstaltung zum Volktrauertag in Uelzen auf dem Friedhof an der Lindenstraße gaben vier Gymnasiasten ihre Erlebnisse mit dem Gedenken an die Gefallenen wieder. „Als wir im Belgischen Lommel ankamen, wurden wir von einem Gebäude mit kalter Ausstrahlung erwartet“, berichtet Philipp Grote aus der Klasse 10 D des Herzog-Ernst-Gymnasiums, die im vergangenen Jahr mit ihrem Politiklehrer Sascha Hauptstein eine Woche zur Pflege der Kriegsgräber vor Ort war. „Kalt und nass“, beschreibt Grote den sich zum Volktrauertag am Ehrendenkmal versammelten Zuhörern. „Die regendurchnässte Kleidung auf der Haut, vermischte sich mit einem Gefühl aus Angst und Verachtung gegenüber der eigenen Nation. “ So wie Philipp stellen sich viele junge Menschen die Frage, was sie heute gegen Gewalt tun können. Lea Jeworowski, Nele-Marie Tiede und Leon Billerbeck gehören zu den Schülern, die ihre Erlebnisse, Gedanken und Vorsätze zur Gestaltung einer friedlicheren Welt ebenfalls preisgaben.

Mit zunehmender zeitlicher Distanz zum Ende des Zweiten Weltkrieges erfährt der Volkstrauertag mehr und mehr einen Wandel von einem Tag persönlicher Trauer und Erinnerung zu einem Tag mahnenden Gedenkens vor den Auswirkungen von Krieg und Gewalt. So schloss Propst Jörg Hagen all diejenigen in sein Gebet ein, die Opfer von Terror, Gewalt und Entrechtung wurden aber auch diejenigen, die sich widersetzen. All denen, die versuchen, „den Kreislauf von Gewalt zu durchbrechen, dem Hass und Unrecht entgegenzutreten, Brücken zu bauen und für das Recht streiten“, galt seine Fürbitte.

Damit wurde der Volkstrauertag in Uelzen zu dem, was er heute bedeutet, auch wenn, wie Otto Freiherr von Campenhausen, Präsident des Kirchenamtes der EKD a.D., in seiner Ansprache mit großem Bedauern feststellte, das Interesse gemessen an der Zahl der Versammelten nicht so groß scheint.“

Von Angelika Jansen

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