Gedanklich schon im Winter

Rund 1800 Tonnen Streusalz hat die Kreisstraßenmeisterei im vorigen Winter auf den Straßen ausgebracht. Bereits jetzt wurden vorsorglich 800 Tonnen bestellt, die bald eintreffen. Archivfoto: dpa

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Das Thermometer in Uelzen zeigt mehr als 35 Grad, die Hitze flimmert über den Straßen. Kein Wunder, dass Reiner Ripke, Einsatzleiter der Kreisstraßenmeisterei, Schweißperlen auf der Stirn stehen. Für Abkühlung sorgt da nur der Gedanke an frostige Temperaturen. Und tatsächlich beschäftigt sich Ripke in diesen Tagen intensiv mit der kalten Jahreszeit: Er plant schon jetzt den Streusalz-Einsatz auf den Kreisstraßen im kommenden Winter.

Damit die Verkehrsteilnehmer in ein paar Monaten bei Schnee und Eis sicher über die insgesamt 443 Kilometer Kreisstraßen und rund 60 Kilometer Gemeindestraßen fahren können, hat Ripke bereits 800 Tonnen Streusalz geordert. Diese werden voraussichtlich im August auf dem Betriebshof des Kreises Uelzen in Oldenstadt erwartet. „Damit können wir unser 1000-Tonnen-Lager dann wieder vollständig auffüllen“, erklärt Ripke. Für die 800 Tonnen Salz muss der Kreis in diesem Jahr rund 50 000 Euro ausgeben.

Wie im Vorjahr wird das Salz erneut aus dem etwa 200 Kilometer entfernten Salzstock Sondershausen im Harz angeliefert. Die georderte Menge ist naturgemäß nicht in jedem Jahr gleich, sondern abhängig davon, wie viele Tonnen im vorherigen Winter verbraucht wurden. Und der war in jeder Hinsicht eine Herausforderung.

„Wir hatten einen extrem heftigen und harten Winter mit nahezu durchgehendem Frost. Pro Woche wurden uns nur etwa 50 Tonnen Streusalz nachgeliefert. Mindestens die doppelte Menge hätten wir eigentlich benötigt“, erinnert sich Ripke. Deshalb sei bei den meisten Einsätzen auch lediglich geräumt und nicht gestreut worden – was aber mit einem wesentlich höheren Aufwand an Arbeitsstunden verbunden gewesen sei.

Im vorigen Winter waren esetwa 1800 Tonnen Salz, die bei insgesamt 50 Einsätzen auf die Straßen des Kreises Uelzen gestreut wurden. Im Winter davor hatten die Mitarbeiter der Kreisstraßenmeisterei etwa 1600 Tonnen Streusalz ausgebracht. Im Winter 2007/2008 waren es nur 580 Tonnen, im milden Winter 2006/2007 sogar nur 530 Tonnen. Dafür hatten die Mitarbeiter im Winter 2005/2006 mit 2000 Tonnen gestreuten Salzes Schwerstarbeit leisten müssen.

„Trotz des außergewöhnlich harten Winters 2009/10 haben wir wegen der erwähnten Lieferengpässe also keine Rekordmengen an Streusalz auf die Straßen gebracht“, bilanziert Ripke. Hätte es diesen Mangel an Nachschub nicht gegeben, wäre ein neuer Höchstwert an verbrauchtem Streusalz wahrscheinlich gewesen, sagt er. Keine Auswirkungen hatte die hohe Nachfrage nach Streusalz auf den Preis, den der Kreis zahlen muss. Die Kosten pro Tonne waren zuvor vertraglich festgelegt worden – unabhängig von der späteren Liefermenge.

Aus Kostengründen laufen übrigens die jeweiligen Ausschreibungen für die Salzbestellung bereits im Frühjahr und die entsprechenden Lieferungen dann im Sommer. Der Preis für eventuell im Winter erforderliche Nachlieferungen ist dabei immer bereits im Vorfeld mit dem Lieferanten vereinbart – so auch in diesem Jahr.

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