Einstige Klinik Dr. Jäger an der Ebstorfer Straße abgerissen / Haus war auch Altenheim und Bordell

Geburtsstätte ist nur noch Geröll

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Vom Gebäude an der Ebstorfer Straße 39, in dem sich einst eine Geburtsklinik befand (links), sind nur noch Brocken übrig. Das Gebäude wurde in den vergangenen Tagen abgerissen.

Uelzen. Michael Appel aus Westerweyhe erblickte an jenem Ort das Licht der Welt, an dem nun ein Bagger wütet: an der Ebstorfer Straße 39 in Uelzen.

Vom Gebäude an der Ebstorfer Straße 39, in dem sich einst eine Geburtsklinik befand (links), sind nur noch Brocken übrig. Das Gebäude wurde in den vergangenen Tagen abgerissen.

1959 zur Geburt von Appel befand sich dort eine Geburtsklinik in dem zweistöckigen Haus, das in den vergangenen Tagen dem Erdboden gleich gemacht wurde. „Nicht nur ich“, so erzählt Appel, „auch meine Frau und mein Schwager wurden dort geboren. “ Sicher sei für viele Uelzener die Klinik die Stätte ihrer Geburt gewesen, meint der Westerweyher. In seinen Worten klingt ein wenig Wehmut mit, wenn er über den Abriss spricht.

Erste Hinweise, dass an der Ebstorfer Straße 39 Ärzte praktiziert haben und auch entbunden wurde, finden sich ab den 1930er-Jahren, wie Christine Böttcher, Kreisarchivarin und Vorstandsmitglied in der Uelzener Geschichtswerkstatt, zu berichten weiß. Dort zur Welt gekommen ist auch der renommierte Graphiker Walter York Königstein, der heute in den USA lebt und dessen Werke unter anderem im Museum of Modern Art in New York ausgestellt werden. In den Kriegswirren war seine Mutter von Harburg nach Uelzen evakuiert worden, wo am 30. März 1944 der Graphiker dann geboren wurde.

Das Gebäude wurde zuletzt als Altenheim genutzt. nicht vor“, so Stadtsprecher Markus Nieber gegenüber der AZ. [...]

Von Norman Reuter

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