Ferienfreizeit im Kreis Uelzen: 13 Kinder aus Gomel haben noch keine Unterkunft

Gasteltern dringend gesucht

+
Beim Besuch der weißrussischen Kinder im Kreis Uelzen stehen auch in diesem Sommer wieder Spiel- und Spaßaktionen auf dem Programm, etwa mit den Sportjongleuren Dreilingen.

Uelzen/Landkreis. Der Tag der Anreise rückt immer näher, die Nervosität bei Peter Mielken und seinen Mitstreitern vom Gomel-Arbeitskreis des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Uelzen wächst.

Am 2. Juli treffen etwa 40 Kinder und zehn erwachsene Begleiter aus der strahlenbelasteten weißrussischen Region im Landkreis Uelzen ein. Bis zum 30. Juli werden sie ihre Ferien hier verbringen Doch noch immer werden für 13 Kinder Gasteltern gesucht. Daher bitten Mielken und sein Kollege Peter Utrata interessierte Bürger aus dem Kreis Uelzen, eines oder mehrere Kinder in der genannten Zeit kostenlos bei sich aufzunehmen.

Die weißrussischen Mädchen und Jungen sind 9 bis 14 Jahre alt und sprechen ein paar Brocken Englisch. Eine Verständigung auf Deutsch ist dagegen nicht möglich. „Aber wenn gar nichts geht, kann man sich ja immer noch mit Händen und Füßen unterhalten“, meint Mielken schmunzelnd. Auch Übersetzungsprogramme im Internet könnten helfen. Zudem begleiten Deutsch sprechende Dolmetscher die Gruppe.

15 bis 20 der zur Ferienaktion erwarteten Kinder sind als Folge der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl an Leukämie erkrankt. Sie werden im Jugenddorf Molzen untergebracht, wo sie untersucht und medizinisch behandelt werden. Die übrigen Kinder wohnen in Gastfamilien. Doch auch diese Gruppe hat unter den Folgen des Unglücks von 1986 zu leiden. „Alle Kinder sind gesundheitlich geschädigt, denn die Luft und die Nahrungsmittel in Gomel sind nach wie vor strahlenbelastet“, erklärt Utrata.

Vier Wochen Aufenthalt im Kreis Uelzen – in sauberer Luft, bei unbelasteter Ernährung und mit abwechslungsreichen Freizeitaktionen – könnten bei den Kindern viel Gutes bewirken, betont Mielken. Umso wichtiger sei es, dass sich nun noch weitere Gasteltern finden.

Am besten sei es, wenn jeweils zwei Gomel-Kinder pro Familie aufgenommen würden, damit sich diese unterhalten könnten. Interessierte Gasteltern werden gebeten, sich möglichst rasch bei Mielken unter Telefon (05 81) 4 29 50 oder (01 75) 8 19 00 63 beziehungsweise bei Utrata unter (0 58 22) 94 65 00 oder (01 72) 1 77 77 83 zu melden. Die Besprechung mit den Gasteltern findet dann am Donnerstag, 12. Juni, ab 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Groß Liedern statt.

Von Bernd Schossadowski

Kommentare