„Ganz viel Kraft für Frank“

„Man kann was Gutes tun“, das war Frank Falkus’ Motivation zu helfen – auch für Ehefrau Caro (rechts), die Blut abnahm.

Uelzen - Von Janina Fuge. Ein kleiner Stich, ein tiefer Blick in die Augen – und schon ist für Frank Falkus jener Moment, der einem Menschen das Leben retten könnte, schon wieder vorüber.

„Natürlich hat es überhaupt nicht wehgetan“, sagt Falkus, immerhin zapfte ihm seine Frau Caro jene potentiell entscheidenden fünf Milliliter Blut ab. Im Hause Falkus ist Helfen Familiensache – deshalb waren beide gestern mit von der Partie – bei der großen Typisierungsaktion für Frank Kinder. Mit einer Stammzellentransplantation hofft der 43-jährige geborene Gerdauer die Krankheit zu überwinden (die AZ berichtete), dafür braucht’s jedoch zunächst einen genetischen Zwilling, der als Spender in Frage kommt. Von den derzeit etwa 2,2 Millionen Registrierten in der Deutschen Knochenmarksspenderkartei passt bisher niemand – aber vielleicht ja demnächst ein Uelzener. Darauf hoffen jedenfalls die Organisatoren der großen Typisierungsaktion im Herzog-Ernst-Gymnasium, allen voran Kinders Schwester Anja Kaplan, die insgesamt 64 Helfer zusammen getrommelt hatte. „Es läuft hervorragend“, freute sie sich zur Mittagszeit, „bereits am Anfang standen die Leute Schlange.“

In den Wochen zuvor hatte das Team um Kaplan immer wieder Freunde und Bekannte zum Helfen ermutigt – mit Erfolg: „Die Hilfsbereitschaft ist riesig, wir haben von Freunden und Geschäftskollegen Geldspenden bekommen, dazu Sachspenden wie Suppen, Kuchen oder Brötchen – und dazu die vielen Helfer, die sich hier heute einsetzen. Wir sind unglaublich dankbar“, sagte die Organisatorin. Ihrem Bruder Frank, „der kommende Woche mit der nächsten Chemotherapie beginnt“, gebe „das alles unglaublich viel Kraft.“ Er verfolge Spendeneingänge und freue sich über Namen, die der Familienvater noch aus seiner Kinder- und Jugendzeit kennt. Ein Erfolg war die Aktion deshalb auch für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DK MS) als gemeinnützige Trägergesellschaft der international vernetzten Spenderdatei. Denn wer nicht Frank Kinder helfen kann, ist vielleicht für einen anderen Menschen der Lebensretter: „Jeder hilft“, betonte Simon Stifter von der DKMS-Spenderneugewinnung. Die Uelzener Aktion beeindruckte ihn deshalb besonders, weil sie besonders liebevoll und aufwendig gestaltet war: „Eine Cafeteria mit jeder Menge Leckereien, Kinderschminken und ganz viel engagierte Leute – das ist schon etwas Besonderes.“

Insgesamt haben einige Hundert Uelzener sich am Sonntag typisieren lassen. In etwa drei bis vier Wochen steht fest, ob ein helfender „Treffer“ dabei ist.

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