Nur für ganz Harte: Uelzen erlebt erste Heraklidenschlacht

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bs Uelzen. Sie kletterten über steilen Rampen, liefen durch das Wasser des Stadtgrabens, hangelten sich an Holzsprossen entlang und überwanden Hindernisse aus Reifenstapeln.

Bei der ersten Uelzener Heraklidenschlacht am Sonnabend bewiesen die Athleten, wie hart sie wirklich sind. Der Extrem-Hindernislauf fand ein begeistertes Publikum. Sogar für Wolfsgeheul aus einem Lautsprecher war gesorgt.

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Mit Mut zum Risiko und viel Leidenschaft hatte das Team um Cheforganisator Clemens Simon in zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit den Weg für die Heraklidenschlacht vorbereitet. Am Sonnabend feierte Uelzens erster Extrem-Hindernislauf Premiere. Drei verschiedene Strecken galt es zu bewältigen, deren anspruchsvollste die Athleten über Stationen in der Innenstadt bis nach Holdenstedt und zurück zum Start- und Zielpunkt am Herzog-Ernst-Gymnasium führte.

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Unter dem Motto „panta rhei“ (alles fließt), einer Lebensweisheit des griechischen Philosophen Heraklit, galt es auch zahlreiche Wasserhindernisse, unter anderem den Stadtgraben und den Ratsteich, zu durchqueren. Zudem musste beispielsweise auf dem Königsberg ein riesiges, selbst gezimmertes „Trojanisches Pferd“ überwunden werden.

Am Ratsteich forderte gar der Tod persönlich Wegezoll zur Fahrt über den „Styx“. Beim kraftraubenden Hindernisparcours auf dem Herzogenplatz, wo zahlreiche Zuschauer die Sportler anfeuerten, zeigte sich besonders eindrucksvoll, dass es beim Extrem-Hindernislauf auch auf Teamarbeit ankommt.

Erschöpft, aber glücklich äußerten sich Teilnehmer nach dem Überqueren der Ziellinie insgesamt positiv. „Fürs erste Jahr war das schon recht gut, besonders gefallen haben uns die Laufstrecke und die Aufteilung der Hindernisse“, urteilten die „Harzer Keiler“ aus Osterode. Auch die „Osaka Karate Gruppe“ aus Lüneburg war angetan: „Der Parcours auf dem Herzogenplatz war herausfordernd, beim Laufen durchs Wasser wurden wir frenetisch angefeuert. Das war ein schönes, familiäres Miteinander. Man merkte, dass hier keine große Event-Firma, sondern Leute mit Herzblut am Werke waren.“

Ein Besucher Uelzens war dagegen ziemlich irritiert. Der Mann aus Hamburg erschien am Sonnabend aufgeregt mit einem kleinen Hund auf dem Arm auf der Polizeiwache und gab an, er habe Wolfsgeheul an einem Bach am Taterhof gehört. Da zeitgleich mehrere Anrufe mit dem gleichen Hinweis bei der Polizei eingingen, überprüften die Beamten den Sachverhalt vor Ort. Das Ergebnis: An einer versteckten Ecke im Stadtgraben hatten die Organisatoren ein Gerät installiert, das in gewissen Zeitabständen schauerliches Wolfsgeheul abspielte. Damit sollte die Heraklidenschlacht akustisch aufgewertet werden. Der Veranstalter stellte daraufhin einen Posten an diese Stelle, um verängstigte Passanten aufzuklären.

Von Bernd Schossadowski und Oliver Huchthausen

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