Eis für ganz Europa

Hat allen Grund zur Freude: Schöller-Werksleiter Karl Spiess-Knafl.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Rund 150 Millionen Portionen Eis auf Lager, zwei Millionen Portionen können täglich produziert werden – angesichts solcher Zahlen sollte man kaum glauben, dass es jemals eng werden könnte mit dem Eis-Nachschub aus dem Hause Nestle-Schöller. Doch die extreme Hitze von Ende Juni bis weit in den Juli beschert dem Konzern neue Rekordzahlen – und den mehr als 450 Mitarbeitern in Schöllers einzigem deutschen Eiswerk in Uelzen einen schweißtreibenden Sommer. Rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche wird hier gearbeitet, um die große Nachfrage von Konsumenten in ganz Europa nach Eis aus dem Hause Schöller zu befriedigen.

„So viel Bestellungen haben wir noch nie gehabt“, sagt Werksleiter Karl Spiess-Knafl, der seit vier Jahren in Uelzen arbeitet. Noch im Mai hatte man ein schlechtes Jahr befürchtet und überlegt, die eigentlich bis August dauernde Saison schon eher zu beenden, „aber jetzt haben wir das Endeauf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben“, schildert Spiess-Knafl. Rund 50 Saisonarbeitskräfte unterstützen dabei die 400köpfige Belegschaft.

Nestle produziert weltweit, von Brasilien bis zu den Philippinen, Indien und nach China. Und ein Standbein in Europa ist das Uelzener Eiswerk, das zu den modernsten auf dem Kontinent zählt und in dem von der Entwicklung über die Produktion bis zur Logistik alles in einem Hause abgewickelt wird. Hier läuft auch das berühmte Mövenpick-Eis vom Band, das Premium-Produkt de Konzerns.

Insgesamt sind es rund 250 Eissorten, die im Uelzener Hafen produziert und größtenteils vom eigenen Fuhrpark zu den großen Verteilerzentren gefahren werden. Mit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft standen die Sattelschlepper plötzlich Schlange vor dem Uelzener Werk und transportierten tausende von Paletten weg. Das Lager von Schöller lichtete sich zusehends, „wir hatten zwar immer noch Reserven und der Konsument hat davon nichts bemerkt – aber noch drei bis vier Wochen weiter so und es wäre doch eng geworden“, schildert der Werksleiter. Die Hitzewelle ist mittlerweile abgeflaut, doch die Bänder im Schöllerwerk laufen weiter rund um die Uhr. Denn jetzt gilt es, das Lager wieder aufzufüllen – dortsollte eigentlich ein Vorrat für rund vier Wochen stehen. „Auf zwei Wochen haben wir schon wieder aufgestockt“, sagt Spiess-Knafl. Vielleicht kommt ja noch eine Hitzeperiode im August. Die Verkaufszahlen aus dem Jahrhundertsommer 2003 sind schon jetzt übertroffen – in den ersten Juliwochen um rund 25 Prozen

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