Sozialdemokrat Hans Peter Hauschild will Debatte

Zukunft der Region Uelzen: Fusion statt Kreishausbau?

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Drei Landkreise, drei Kreishäuser – in Lüneburg (rechts), Lüchow (oben links) und Uelzen. Braucht es die in der Zukunft noch? Hauschild kann sich einen Großkreis vorstellen.

Uelzen. Im September soll nun der öffentlich tagende Kreistag darüber entscheiden, wo ein neues Kreishaus als Ersatz für den alten, sanierungsbedürftigen Verwaltungskomplex entstehen soll.

Geht es nach Hans Peter Hauschild, Mitglied der SPD-Fraktion im Kreistag, würde das Gremium viel grundsätzlichere Fragen erörtern: Ist der Landkreis Uelzen als eigenständiges kommunales Gebiet noch ein Zukunftsmodell? Und damit verbunden: Bedarf es deshalb überhaupt noch eines neuen Kreishauses?.

Hauschild spricht gegenüber der AZ von einer „Vision für die Zukunft“: Die Rede ist von einer für ihn vorstellbaren Fusion des Landkreises Uelzen mit den Nachbarkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg durch das Land. In einem solchen zusammengeschlossenen Großkreis könne sich auch der ehemalige Landkreis Uelzen als Region neu aufstellen. Als „eine Samtgemeinde mit sieben Mitgliedsgemeinden“: Bienenbüttel, Bad Bevensen, Altes Amt Ebstorf, Uelzen, Aue, Suderburg und Rosche.

Größere Verwaltungen erwiesen sich als kostengünstiger, so Hauschild. Statt Rathäusern könnten für die Einwohner Bürgerbüros geschaffen werden. Und damit Anliegen nicht untergehen, könnten Ortsräte oder Ortsversteher weiter bestehen bleiben.

Hauschild glaubt, dass ihm seine Idee bei den anstehenden Kommunalwahlen keine Pluspunkte bringen werde; die Bürger fürchten womöglich, ein Stück Heimat zu verlieren. Aber Hauschild hält trotzdem damit nicht hinterm Berg, weil der Landkreis Uelzen anstatt sich selbst für die Zukunft neu aufzustellen einmal eine Kreisfusion übergestülpt bekommen könnte.

Ausgeschlossen ist das nicht. Die Landkreise Uelzen, Lüchow-Danneberg und Lüneburg waren hoch verschuldet. Das Land sprang ihnen mit Millionen-Hilfen zur Seite, knüpfte das aber an Bedingungen. Lüchow-Dannenberg wurde dazu verdonnert, Fusionsgespräche zu führen. Uelzen und Lüneburg dürfen sich diesen nicht versperren. Bislang wurden solche Gespräche nicht geführt, Lüchow-Dannenbergs Landrat Jürgen Schulz (parteilos) verwies darauf, dass ihm die Gesprächspartner fehlten. Verhandlungen müssten Beschlüsse der Kreistage vorausgehen. Bleibt es dabei, so Hauschild, könne womöglich das Land die Fusionen der Kreise vorantreiben, um damit Regionen, die schwächer auf der Brust seien, nicht wieder im Schuldenstrudel untergehen.

Von Norman Reuter

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