Reese (CDU): Kreisausschuss soll sich mit Suche nach Bodenschätzen befassen

Furcht vor Chemie-Cocktails

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Die umstrittene Fördermethode für Erdgas, das Fracking, sorgte in der Vergangenheit auch schon für Bürgerproteste. In Niedersachsen wurde die Methode 1962 das erste Mal angewandt.

Uelzen. Die Nachricht, dass ein amerikanisches Unternehmen in der Heide, darunter auch in Teilen des Landkreises Uelzen, nach Erdgas und Erdöl suchen will, lässt hiesige Politiker aufhorchen.

Die Sorge der Gewählten: Der US-Konzern könnte bei einem entsprechenden Vorkommen von Erdgas in dem ins Auge gefassten Gebiet die sogenannte Fracking-Methode zur Förderung des Rohstoffes anwenden (siehe Hintergrund). Das Verfahren ist umstritten: Das Umweltbundesamt warnte vor wenigen Wochen vor dem Einsatz der Technologie, weil dabei Grundwasser verschmutzt werden könne. Ein Punkt, der Claus-Dieter Reese, Vorsitzender der Gruppe CDU/FDP/RRP im Kreistag Uelzen umtreibt. „Die Grundwasserqualität im Landkreis ist hervorragend, was auch für die Landwirtschaft bedeutsam ist. Durch den Einsatz der Fracking-Methode könnte es zu einer Verschmutzung kommen. Das dürfen wir nicht zulassen“, sagte er gestern gegenüber der AZ. Reese will das Vorhaben des amerikanischen Unternehmens aus diesem Grund in jedem Fall bei der nächsten Sitzung des Kreisausschusses behandelt wissen. Dazu hat der Vorsitzende der Kreistagsgruppe ein Schreiben an den Landrat Dr. Heiko Blume verfasst, in dem er den Kreis-Chef auffordert, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen. Reese setzt darauf, dass der Kreistag und der Landrat sich gegen das umstrittene Förderverfahren aussprechen.

Auf Zuspruch kann der Kreistagsgruppen-Vorsitzende aus den Reihen der Fraktion Die Grünen/Bündnis Zukunft setzen. Der Kreisverband und Heiner Scholing, Landtagskandidat der Grünen, unterstrichen gestern wie Claus-Dieter Reese die Risiken der Fracking-Methode. „Die beim Fracken verwendeten Chemie-Cocktails würden unser kostbares Grundwasser in der Heide gefährden. Unsere Zukunft liegt nicht in der Ausbeutung letzter Bodenschätze, sondern in dem Umbau unserer Gesellschaft zu einer ressourcenschonenden Lebens- und Wirtschaftsweise“, so Heiner Scholing in einer schriftlichen Stellungnahme.

In der Vergangenheit wurde jedoch schon im Land die Fracking-Methode angewandt. Nach Angaben des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover wurde 1962 erstmals „gefrackt“. Und seit dieser Zeit haben die Erdgasproduzenten in Niedersachsen und im benachbarten Schleswig-Holstein etwa 320 Mal den Rohstoff nach dieser Methode gefördert. Ob auch im Gebiet des heutigen Landkreises Uelzen ist nicht bekannt. Was die Zukunft betrifft, so will der Kreisverband der Grünen/Bündnis Zukunft in Erfahrung gebracht haben, dass die geplante Suche des amerikanischen Konzerns nach Bodenschätzen im Landkreis Uelzen im Bereich Wriedel und Hanstedt erfolgen soll – auf einer Fläche von 62 Quadratkilometern.

Von Norman Reuter

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