In fünf Stunden nach München

ICE oder Metronom – diese Alternative haben Uelzener Bahnreisende vier Monate lang.

Uelzen - Von Thomas Mitzlaff. Des einen Freud, des anderen Leid: Wegen umfangreicher, monatelanger Bauarbeiten auf der viel frequentierten ICE-Strecke Hamburg-Hannover müssen Bahnreisende bis Dezember bis zu 20 Minuten längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Fernreisende von und nach Uelzen profitieren dagegen von dem Baustellen-Fahrplan: Sie gelangen schneller in die Metropolen im Süden Deutschlands. Denn weil vom 15. August bis zum 11. Dezember die meisten Intercity-Züge zwischen Hamburg und Hannover gestrichen werden, halten in diesen vier Monaten regelmäßig die schnelleren ICE-Züge im Hundertwasser-Bahnhof.

Grund für diese gravierenden Fahrplan-Abweichungen ist eine der großen Baumaßnahmen der Bahn in diesem Jahr. Nördlich von Lüneburg wird wegen des hohen Verkehrsaufkommens ein drittes Gleis gebaut, dazu kommen neue Brücken, Signalanlagen, Weichen, Gleise, Lärmschutzwände und eine Erneuerung des Bahnsteigs in Ashausen.

„In diesen vier Monaten wird die Strecke zwischen Lüneburg und Harburg zum Teil nur eingleisig zu befahren sein“, erklärt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Die ICE-Züge der Linien nach Stuttgart und Basel werden über Rotenburg umgeleitet und sind 20 Minuten länger unterwegs, die Hochgeschwindigkeitszüge nach München können die Baustelle passieren, fahren aber in Hamburg acht Minuten früher los und halten wechselnd an zwei der drei Bahnhöfe Lüneburg, Uelzen und Celle.

Für Zugreisende aus Uelzen verkürzt sich so die Fahrt in den Süden um bis zu 30 Minuten, da das Umsteigen in Hannover entfällt. Pech dagegen haben Bad Bevenser Pendler, die täglich mit dem IC nach Hamburg oder Hannover fahren. Zwar fährt der morgendliche IC nach Hannover auch während der Baustellen-Zeit, die Intercitys morgens nach und abends von Hamburg sowie der abends aus Hannover fallen aber aus. Pendler müssen deshalb auf den Metronom ausweichen, der bis auf Abweichungen von wenigen Minuten weitestgehend nach dem regulären Fahrplan fährt. Nicht betroffen ist von den Bauarbeiten auch der Eurocity Wawel, die einzige Direktverbindung von Uelzen nach Berlin.

Die ICE-Züge verkehren zu anderen Zeiten als die Intercitys, Reisende sollten deshalb die aktuellen Aushänge beachten, empfiehlt die Bahn. Auch auf der Fahrplanauskunft unter http://www.bahn.de sind die Fahrplanänderungen berücksichtigt. Wer in einen ICE steigt, muss übrigens auf der Fahrt nach Hamburg oder Hannover einen etwas höheren Fahrpreis zahlen oder auf den günstigeren Metronom ausweichen. „IC-Zeitfahrkarten sind aber für die jeweilige Strecke auch im ICE gültig“, erklärt Meyer-Lovis.

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