Der Boden vergisst nicht

Fünf Millionen Euro für die Suche nach Altlasten von Gas- und Erdöl-Bohrungen

+
Alte Bohrschlammgruben sollen auf Schadstoffe untersucht werden. Die Deponie Brambostel steht noch unter Bergrecht.

Uelzen/Landkreis. An vielen Stellen in Niedersachsen, so auch im Landkreis Uelzen, befinden sich Gruben, in denen der möglicherweise mit Quecksilber und anderen Schadstoffen belastete Bohrschlamm aus der Erdöl- oder Erdgas-Suche deponiert wurde.

Das Niedersächsische Umweltministerium hat jetzt mit den Erdöl und Erdgas fördernden Unternehmen eine Vereinbarung zur Untersuchung von Altlastenverdachtsflächen geschlossen. Die Unternehmen stellen dafür in den nächsten sechs Jahren bis zu 5 Millionen Euro bereit.

Das Ministerium hat bislang 540 Verdachtsflächen ermittelt, 481 können jetzt untersucht werden. Nach Angaben im Internet gibt es im Kreisgebiet Verdachtsflächen in Bienenbüttel, Bevensen-Ebstorf (2), Bodenteich, Stoetze, Suhlendorf, Uelzen, Wrestedt (3) und Wriedel.

Gefördert werden 80 Prozent der Untersuchungskosten. Beantragt werden können sie ab Ende Januar 2016 von der Unteren Bodenschutzbehörde, also vom Landkreis Uelzen. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse kann dieser dann entscheiden, ob konkreter Handlungsbedarf besteht.

Die Bohrschlammdeponien bei Bohlsen und Brambostel sind von dem Programm nicht betroffen. Sie stehen noch unter der Aufsicht des Landesbergamts. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen hatte verlangt, sie auszukoffern und nach heutigem technischen Standard sicher einzulagern (AZ berichtete).

Von Gerhard Sternitzke

Kommentare