Drei Uelzener Angeklagte müssen ins Gefängnis / 20-Jähriger erhält Jugendstrafe auf Bewährung

Bis zu fünf Jahre Haft für Sparkassenraub

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Bilder von einer Überwachungskamera: Die Bankräuber beim Verlassen der Sparkassen-Filiale in Westerweyhe.

aja Uelzen/Lüneburg. Das Landgericht Lüneburg hat die vier jungen Männer, die im März vergangenen Jahres die Westerweyher Sparkassen-Filiale überfallen hatten und mit rund 12 000 Euro Beute geflüchtet waren, zu spürbaren Strafen verurteilt:

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Wegen gemeinschaftlichen schweren Raubes erhielten der 28-jährige Angeklagte eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten und der 25-Jährige eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Bei dem mit 20 Jahren jüngsten Angeklagten erkannte die Kammer wegen schweren Raubes auf zwei Jahre Jugendstrafe und setzte diese zur Bewährung aus. Während dieser Zeit muss dieser Mittäter ein Praktikum und die daran anschließende Ausbildung zu Ende bringen. Er soll während der Bewährungszeit engmaschig von der Jugendhilfe Uelzen betreut werden.

Der 22-jährige Angeklagte, der das Fluchtfahrzeug gefahren hatte, wurde wegen Beihilfe zum schweren Raub schuldig befunden. Er muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis.

Die 19 und 25 Jahre alten Angeklagten (1.v.l. und 2. v.r.) stehen wegen besonders schweren Raubs vor Gericht.

„Wie eine GSG 9“ seien die Männer in die Bank gestürmt, erinnerte der Vorsitzende Richter am Landgericht Axel Knaack bei der Urteilsbegründung noch einmal an die Aussage einer der beiden Sparkassenmitarbeiter, um den Schrecken eines solchen Bankraubs deutlich zu machen. Während einer der Verteidiger noch einmal darauf aufmerksam gemacht hatte, dass an der konkreten Planung noch weitere unbekannte Personen beteiligt gewesen sein könnten, die diese Vier „wie Arbeitstiere losgeschickt“ hätten, und zwei Verteidiger wegen der massiven Drogenprobleme ihrer Mandanten für ein mildes Urteil plädierten, betonten alle Verteidiger, dass die monatelange Untersuchungshaft schon erheblich auf die Angeklagten eingewirkt habe.

„Doch um die einschlägigen erheblichen Vorstrafen kommen wir nicht herum“, begründete Knaack das mit fünf Jahren härteste Urteil gegen den 25-Jährigen. Drei frühere Verurteilungen des Amtsgerichts Uelzen hätten in dieses Urteil einbezogen werden müssen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor noch acht Monaten mehr für den Mann gefordert.

Beim 28-Jährigen wurde berücksichtigt, dass er bis zum 27. Lebensjahr straffrei durchs Leben gegangen sei. Beim 22-Jährigen hingegen konnte eine Kronzeugenregelung angewendet werden – er hatte mit seinem frühzeitigen Geständnis zur Aufklärung des Banküberfalls beigetragen.

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